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Depression und Gehörlosigkeit

 

Das vergangene Jahr (2013) brachte für mich passend zum Untertitel viele Begegnungen. Am Ende des Jahres kamen verschiedene Termine zusammen, die mich zu dieser Seite inspiriert hat.

Es gibt nicht "nur" die Depression für sich!

Nein es gibt die Depression auch in Verbindung mit anderen Krankheiten!

 
      
 

 
        
  Depressionen

sind weltweit und auch in Deutschland die am häufigsten vorkommende chronische Erkrankung.

Einige Zahlen und Fakten: (Auszug aus Broschüre Bundesministerium für Bildung und Forschung):

Mindestens vier Millionen Menschen, so neueste Schätzungen, leiden in Deutschland an depressiven Störungen. Diese gehören weltweit sowohl zu den häufigsten, als auch zu den am meisten unterschätzten Erkrankungen.

Jede unbehandelte Depression ist eine schwere, lebensbedrohliche Erkrankung: 15 Prozent aller Patienten mit schweren Depressionen vergällt die anhaltende Schwermut derart das Leben, dass sie nur noch in Selbstmord einen Ausweg aus der Düsternis ihres Seins sehen. Nach Angaben des statistischen Bundesamtes begehen hierzulande jährlich mehr als 12.000 Menschen Selbstmord; die Experten gehen davon aus, dass 40 bis 50 Prozent dieser Suizide von nicht diagnostizierten oder nicht richtig behandelten depressiven Patienten verübt werden. Um ein vielfaches höher ist die Anzahl der vereitelten Selbstmorde. Mehr als die Hälfte der an einer Depression Erkrankten versucht mindestens einmal im Leben, sich umzubringen.

 
      
 

 
      
 

Depressionen und Gehörlosigkeit

oder auch andersrum

Für das Entstehen einer Depression bei gehörlosen Menschen kann es viele Ursachen geben:

Viele  Gehörlose haben in ihrer Kindheit und in Gehörlosenschulen negative Erfahrungen gemacht. Zwischen hörenden Eltern und gehörlosen Kindern fehlte es häufig an echter und funktionierender Kommunikation. Diese jedoch stellt die Voraussetzung für einen  harmonischen Entwicklungsprozess und das Lernen sozialer Kompetenzen, wie z.B. Verhaltensregeln in der Gesellschaft dar.

Gebärdensprache war früher meistens verboten, dafür mussten Kinder und Jugendliche regelmäßig zum Sprech- bzw. Artikulationstraining.

Bei einigen Kindern blieb zudem das Gefühl zurück, aufgrund der Gehörlosigkeit nicht das "perfekte Kind zu sein", ein Defizit zu haben, wodurch unbewusst ein negatives Selbstbild entstand.
Auch die Trennung von Eltern und Geschwistern und das Aufwachsen in Internaten kann für einige Menschen sehr belastend gewesen sein.

Nicht alle tauben Menschen konnten und können ihren Berufswunsch frei wählen.
Und auch am Arbeitsplatz mit hörenden Kollegen gibt es häufig Kommunikationsprobleme. Manche Konflikte entstehen aufgrund von Missverständnissen, doch gehörlose Menschen fühlen sich schnell gemobbt und aus der Teamgemeinschaft ausgeschlossen. Hörende Kollegen oder Arbeitgeber wissen oft nichts oder zuwenig über den Umgang mit ihren gehörlosen Mitarbeitern. So kommt es häufig zu dem Gefühl der Isolation.

Einige Gehörlose glauben, sie werden am Arbeitsplatz nicht ernst genommen und als weniger intelligent angesehen. Andere fühlen sich ungerechtfertigt schlechter gestellt als ihre hörenden Kollegen und in ihrer Karriere ausgebremst.

Es kann auch vorkommen, dass durch Dauerkonzentration und den Versuch, die Hörbehinderung zu kompensieren, einige Gehörlose am Arbeitsplatz überfordert werden.
Die Verständigung bleibt in vielen Fällen eine bestehende Barriere, denn nicht bei jedem Arbeitsplatz lassen sich technische Ausgleichsoptionen wie Mail oder Chat einsetzen.

Die Arbeitslosigkeit unter Gehörlosen ist hoch und ein sehr ernstzunehmender Faktor. Vorurteile und Vorbehalte bei der Einstellung gehörloser Mitarbeiter gehören trotz guter Ausbildungsabschlüsse und Qualifikationen leider immer noch zum Alltag.

Das gesamte gesellschaftliche Leben stellt für viele Gehörlose ein Leben voller Barrieren dar - sei es der  eingeschränkte Zugang zu Information und Bildung oder der Zugang zu Ärzten und Ämtern, um nur einige Beispiele zu nennen.

Auch im Privatleben wie in Ehe und Partnerschaft oder bei der Kindererziehung kann es zu Problemen kommen.  
Doch auch die Gehörlosengemeinschaft bietet nicht immer Schutz.  Auch hier kann es durch den hohen Bekanntheitsgrad aller innerhalb der relativ kleinen Community zum Aufkommen von Gerüchten oder Streitigkeiten untereinander kommen, was wiederum zu seelischen Belastungen führt.

Aufgrund einiger dieser Ursachen entsteht bei manchen gehörlosen Menschen irgendwann das Gefühl der Enttäuschung, der Wut, oder der Erschöpfung. Trotzdem wollen viele ihre Angehörigen und  Freunde nicht belasten und behalten ihre Probleme für sich.

Doch diese psychosozialen Belastungen können krank machen und zu psychosomatischen Beschwerden führen. Diese sind körperliche Erkrankungen, die aufgrund psychischer Belastungen entstehen, zum Beispiel Kopfschmerzen, Migräne, Rückenschmerzen oder Magen-Darm-Probleme.

Die Belastungen können aber auch zu anderen psychischen Problemen führen,  wie Schlafstörungen, Trauer, Niedergeschlagenheit, Interesselosigkeit, Antriebslosigkeit und Stimmungsschwankungen. Diese Symptome können Hinweise einer Depression sein.

Hörende Menschen suchen sich in diesen Fällen meistens Hilfe - sie gehen zu Beratungsstellen, zum  Arzt oder zu einem Psychologen.

Für gehörlose Menschen stehen jedoch nur sehr wenige Angebote zur Verfügung, bei denen 

  • 1. die behandelnden Personen Hintergrundkenntnisse über Gehörlosigkeit und die eventuell damit verbundenen Probleme haben, und

  • 2. ihnen in Gebärdensprache geholfen werden kann.

Einige denken vielleicht, wie viele hörende Menschen übrigens auch, eine psychische Erkrankung sei peinlich oder man müsste alles alleine schaffen. Doch viele Menschen brauchen einmal im Leben eine Form psychologischer Hilfe.

Denn finden diese tauben Menschen keine Hilfe, können chronische Erkrankungen oder schwere Depressionen entstehen.

     den Artikel in Gebärdensprache finden Sie >> hier <<

 
     
   
     
  Depressionsfördernde Faktoren bei Hörgeschädigten

     Insgesamt mehr Stress in Familie und Beruf als Hörende

         Kontaktschwierigkeiten, Missverständnisse

         Immer aufklären müssen, Erklären müssen, Rechtfertigungsautomatismus

         Meistens das Eis brechen müssen (Kommunikation aufbauen und beibehalten)

     Isolation unter Kollegen und innerhalb der Familie

     Wenig Selbstvertrauen im Sinne sozialer Kompetenz

         (Nein sagen können, Grenzen setzen, eigene Bedürfnisse ausdrücken)

     Höhere Anforderungen, mehr Anstrengungen, ständiges "Wachsam sein Müssen"

     "Akku" ist schneller leer

     Wenig ausgeprägte Schutzfaktoren

         Soziales Netzwerk

         Kaum Informationszugang

Quelle: Fachvortrag von Dr. rer. nat. Sarah Neef / Diplom - Psychologin; Psychol. Psychotherapeutin i.A.

 
      
   
      
 

Komorbidität (=gleichzeitiges Vorliegen mehrerer psychiatrischer Erkrankungen)

Alkoholabhängigkeit und psychiatrische Komorbidität

 - ist psychiatrische Komorbidität ein seltenes Phänomen?

  • Epidemiological Catchment Area Study:
    20.000 Einwohner der USA - 37 % der Alkoholkranken und 53 % der Drogenkranken wiesen zumindest eine zusätzliche psychiatrische komorbide Störung auf. (Regier at al. 1990)

  • STAR*D-Study (1484 Fälle)
    Sequenced Treatment Altematives do Relieve Depression
    28 % der Patienten mit Depression hatten gleichzeitig eine Suchterkrankung DAVIS et al 2005

Zunehmend größere Bedeutung in Forschung und Praxis wird die Bestimmung der Kormorbidität der Patienten bekommen. So können Patienten danach charakterisiert werden, ob zeitlich gesehen zuerst ein Alkoholproblem und dann eine andere psychische Störung aufgetreten ist (schädlicher Gebrauch / Abhängigkeit primär und eine Angsterkrankung oder Depression sekundär) oder ob die Reihenfolge umgekehrt war (Alkoholkrankheit sekundär).

Am häufigsten kommen alkoholbedingte Störungen gemeinsam mit Angsterkrankungen vor. Dabei haben Panikstörung und Alkoholismus die engste Beziehung miteinander, mit Phobien besteht eine weniger enge Beziehung. Wahrscheinlich mindern viele Angstpatienten ihre Symptome mit Alkohol (Selbst-Medikations-Hypothese). Wenn Angstpatienten aber alkoholabhängig geworden sind, ist nicht mehr entscheidbar, ob jeweils auftretende Angstsymptome den initialen Beschwerden entsprechen oder ob diese nicht inzwischen Ausdruck von Entzugssymptomen geworden sind.

Depressionen und alkoholbedingte Störungen kommen ebenfalls häufig miteinander vor. Wahrscheinlich existiert kein gemeinsamer genetischer Hintergrund für das gemeinsame Auftreten beider Störungen. Vielmehr ist anzunehmen, dass in einer Untergruppe von Patienten mit Alkoholabhängigkeit die allgemeine Zunahme von alkoholbezogenen Lebensproblemen sekundär zu Depressionen führt. Ausgeprägte Depressionen mit Suizidalität finden sich zudem häufig als Folge exzessiven Trinkens, die im Rahmen von Entgiftungen meist abklingen.

Patienten mit Manien neigen dazu, während dieser Episoden exzessiv Alkohol zu konsumieren.

Bei der Untergruppe meist männlicher Patienten mit dissozialen Persönlichkeitsstörungen findet man nicht selten auch die frühe Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit; ebenso entwickeln Patienten mit Borderline - Persönlichkeitsstörungen häufig Alkoholprobleme. Unter Patienten mit schizophrenen Psychosen sind Alkoholprobleme zunehmend verbreitet.

 
      
   
      
 

Sprachliche Besonderheiten

Wie Sie wissen, muss unsere Sprache "sichtbar" sein!! Wir müssen Sprache sehen können. Dazu gehören Handzeichen, Mimik, Körperhaltung und Mundbild.

Erfahren Sie mehr >> hier <<

  • Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) e.V. mit Sitz in Hamm ist der Zusammenschluss der in der Suchtprävention und Suchtkrankenhilfe bundesweit tätigen Verbände. Dazu gehören die Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege, öffentlich-rechtliche Träger der Suchtkrankenhilfe und Selbsthilfe- und Abstinenzverbände.

Bundesverband

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Landesverband

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  • Rems-Murr-Kreis und im Bereich der Selbsthilfe

Beratungsstelle für hörgeschädigte Menschen aus dem Rems-Murr-Kreis

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FISCHE e.V.

Gemeinsam mehr verstehen

Waiblingen

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Gesundheitsamt Waiblingen

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