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DAK Gesundheit

Gesundheitsreport

2013

 
   
 
 
 

Analyse der Arbeitsunfähigkeitsdaten.

Update psychischer Erkrankungen - Sind wir heute anders krank?

Auszug aus dem Gesundheitsreport 2013 der DAK Gesundheit

3.4. Erklärungen für den Anstieg der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen - Ergebnisse aus Gruppendiskussionen mit Hausärzten.

Der DAK - Gesundheitsreport macht sich seit vielen Jahren ein Repertoire aus "Methodenbausteinen" zu nute, um ein Schwerpunktthema auszuarbeiten. Neben der Auswertung von Arbeitsunfähigkeitsdaten und der standardisierten Befragung von Erwerbstätigen gehört hierzu eine qualitative Befragung von Expertinnen und Experten, die für die Interpretation der Daten Unterstützung leistet.

Der Methodenbaustein Expertenbefragung wurde für das aktuelle Schwerpunktthema variiert. An Stelle von Experten mit Forschungsschwerpunkten im jeweiligen Bereich des Gesundheitssystems wurden für den vorliegenden Report Hausärzte sowie Psychotherapeuten und Psychiater im Rahmen von Gruppendiskussionen befragt.

Insbesondere Hausärzte haben eine Perspektive, die von keiner anderen Quelle einzuholen ist: Sie sehen tagtäglich die Patienten, sie sind es (zu einem großen Teil), die die eigentlichen Krankschreibungen vornehmen und dabei eine Diagnose dokumentieren.

Für dieses Schwerpunktthema wurden drei Gruppendiskussionen und ein Einzelinterview mit insgesamt 18 Teilnehmern durchgeführt. Die Gruppendiskussionen wurden jeweils von einem Moderator bzw. von einer Moderatorin aus dem IGES Institut geleitet. Dabei lag ein Interviewleitfaden zugrunde, dessen Inhalte je nach Verlauf der Diskussion eingebracht wurden. So wurde sichergestellt, dass die diskutierten Aspekte in Ausführlichkeit und Reihenfolge der Bedeutung entsprechen, die diesen aus Sicht der Teilnehmer zukommen.

Die Gruppendiskussionen fanden in Berlin, in Marl (nördliches Ruhrgebiet) und in Neuwied (Rheinland-Pfalz) statt, so dass zwar nicht Repräsentativität im strengen Sinne gegeben ist, aber drei durchaus unterschiedliche Regionen berücksichtigt wurden. Zusätzlich zu den Gruppendiskussionen fand ein Einzelinterview im Berliner Bezirk Friedrichhain -. Kreuzberg statt.

 

Befragung von Exper- tinnen und Experten in Form von Gruppen- diskusionen.

   
   

Die Interviews wurden zu einem 'Synoptischen Interview' bearbeitet. Damit ist eine Darstellung der realen Gesprächsinhalte und -verläufe gemeint, in dem die Beteiligten aber nur idealtypisch auftreten, d.h. nicht mit realen Namen. Es werden pro Gruppendiskussion nur 2 Ärzte im Namen der jeweiligen Gruppendiskussion "auftreten", und zwar jeweils eine Hausärztin und ein Hausarzt aus Marl und Neuwied. In Berlin, wo ein gemischter Zirkel bestehend aus Hausärzten und Psychiatern bzw. Psychotherapeuten befragt wurde, wird ein Hausarzt und eine Psychiaterin stellvertretend für den Zirkel auftreten.

Die Synopse der transkribierten Interviews wurde nach folgenden methodischen Regeln erstellt:

  • Sinnblöcke bleiben erhalten, werden aber - ohne Verfälschung der jeweiligen Sinneinheiten - umgestellt und in eine neue Dramaturgie gebracht. Z.B. werden Ausführungen über die Arbeitswelt aus allen 4 Gruppendiskussionen / Interviews zusammengestellt.

  • Die gesprochene Sprache wird in gewissem Maße geglättet, d. h. Streichung von angefangenen, aber nicht vervollständigten Sätzen; Streichung zu vieler Füllwörter; Streichung von Einwürfen der anderen Teilnehmer in die Ausführungen eines Sprechers (die nicht zur Vollständigkeit dieser Ausführungen nötig sind). Von diesen minimalen Eingriffen abgesehen handelt es sich um die Ausführungen der Teilnehmer im Wortlaut.

  • Die Gewichtung der Argumente wird berücksichtig und ob ein Aspekt von der Moderation oder von den Teilnehmern in die Diskussion eingebracht wurde. Beispielsweise wird eine von der Moderation eingebrachte These, die nur auf wenig Resonanz stößt, entweder weggelassen oder entsprechend untergeordnet aufgeführt. Eine These oder Aspekt, der von vielen Teilnehmern aus eigener Initiative eingebracht wird, wird dagegen höher gewichtet und ausführlicher dargestellt.

  • Die Gruppendiskussionen wurden aus Mitschnitten transkribiert. Das Einzelinterview dagegen stand nicht als Transkription zur Verfügung. Die Ausführungen aus diesem stammen aus den Mitschriften der Interviewer. Sie sind nahe an der Sprache der Interviewten, stellen aber keine echten O-Töne dar.

 

Die Gruppendiskussi- on mit Ärzten werden zu einem "Synopti- schen Interview" auf- bereitet. Dieses bildet die Inhalte und den Diskussionsverlauf der Gespräche sehr authentisch ab.

     
     

Moderatorin: Wir möchten uns herzlich bedanken, dass Sie sich zur Teilnahme an dieser Gruppendiskussion bereit erklärt haben. Der Hintergrund hierfür ist, dass wir beim IGES - Institut seit etwa Mitte der Neunziger Jahre für die DAK - Gesundheit Daten zur Arbeitsunfähigkeit analysieren und daraus jährlich einen Gesundheitsreport erstellen.

   

Das weitaus auffälligste Geschehen hierbei ist der massive Anstieg der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen. Diese haben sich seit Mitte der neunziger Jahre um den Faktor 2,7 erhöht, also weit mehr als verdoppelt. Neben den Tagen sind auch die Fälle von Arbeitsunfähigkeit in einer ähnlichen Größenordnung gestiegen. Und etwa jeder 22. Beschäftigte hat im Jahr eine oder mehrere Arbeitsunfähigkeiten aufgrund einer psychischen Erkrankung. Diese sogenannte Betroffenen-quote hat sich in den letzten 15 Jahren ebenfalls mehr als verdoppelt.

Die Bedeutung der psychischen Erkrankungen im Arbeitsunfähigkeitsgeschehen wird immer größer. Nach Muskel-Skelett- Erkrankungen sind psychische Erkrankungen mittlerweile auf Rang 2.

Moderator: Wir möchten Sie heute Abend fragen: Woran liegt das? Welche Vorschläge haben Sie, wie man diese enorme Zunahme der psychischen Erkrankungen im Arbeitsunfähigkeitsgeschehen erklären kann?

 

Welche Erklärungen haben Ärzte für den Anstieg der psychi-schen Erkrankungen im Arbeitsunfähig-keitsgeschehen?-

     

Hausarzt in Berlin: Erklären kann man sie schnell. Man muss sich bloß das Arbeitsleben heutzutage angucken, die Patienten erzählen mir, dass sie teilweise zwölf Stunden im Job gefordert sind. In Behörden machen sie das Vier-, Fünf-, Sechsfache an Arbeit von dem, was sie vor zehn Jahren an der gleichen Stelle machen mussten. Kündigungsschutz ist gelockert.

Psychiaterin in Berlin: Ich denke auch, dass die Bedingungen der Arbeitswelt sicher den höchsten Anteil ausmachen. Ich denke, familiäre Probleme und was sonst so alles für psychiatrische Erkrankungen eine Rolle spielt, habe sich anteilig nicht großartig verändert. Aber ich denke, was Arbeitswelt, Arbeitsumgebung, Konkurrenzdruck zum Beispiel angeht, ist das sicher einer der Hauptgründe.

Hausärztin in Marl: Es wird erwartet , dass man für seinen Chef rund um die Uhr erreichbar ist, auch im Urlaub E-Mails beantwortet und gar nicht abschalten kann.

Hausarzt in Berlin: Was immer kommt, ist: 'Wir haben einen neuen Chef, Umstrukturierung. Ich habe einen alten Vertrag, ich bin schon seit 20 Jahren in der Firma.' Also die Leute haben dann alte Verträge, die verdienen sehr viel mehr als die Leiharbeiter oder die mit den kurzen Verträgen. Und die werden dann schon auch genötigt sozusagen, auch mal zu gehen. Und dann gibt es eben massive Kränkungen.

Moderator: Ist dies die Situation, die Ihre Patienten schildern?

Hausärztin in Marl: Ja. Dass sie auch das Gefühl haben, nie die Arbeit erledigt und fertig zu haben. Also diese Befriedigung aus der Arbeit, das ist doch deutlich weniger geworden.

Psychiater in Berlin: Ich meine, es ist auch so: Alles, was mit Qualitätsmanagement einhergeht, so toll das irgendwie ist, macht die Sache natürlich für manche unserer Patienten brisant. Also jemand, der früher auf der U - Bahnstation ausgerufen hat oder Züge abgefertigt hat, der wird heute nicht mehr gebraucht. Das wird technisiert, das wird automatisiert. Und es wird erwartet, dass auf einem hohen Qualitätsniveau agiert wird. Und die, die eher ein Stückchen schwach sind, das waren sie immer schon ein Stückchen, die fallen heute dann stärker durch das Raster, weil sie da nicht mehr mithalten können.

 

Bedingungen der Ar- beitswelt tragen aus Sicht der befragten Ärzte erheblich zum Anstieg der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen bei.

     
     

Hausärztin in Neuwied: Es gibt diese Nischen nicht mehr. 'Human Resources' heißt hundertprozentig arbeitsfähig, ansonsten auf Wiedersehen.

Hausarzt in Neuwied: Früher hatte man fast in jedem Bürozusammenhang das Eckchen für die neurasthenische Mitarbeiterin. Also es gab auch Mitarbeiter, die einfach ein bisschen weniger gearbeitet haben, ein bisschen häufiger krank waren. Und die hat man halt auch mitgezogen. Obwohl sie das nicht geleistet haben, was gefordert war. Und da müssen sie sich heute krankschreiben lassen.

Hausarzt in Neuwied: Hundert Prozent Leistung! Da kommen die Wirtschaftsberater in die großen Unternehmen, sagen einfach: Du hast 80 Leute das schaffst du auch mit 50. Bums. D. h., die 20 Prozent, an denen man noch irgendwas an Reserven hätte, die werden gestrichen und sind mittlerweile weg. Da ist nichts mehr. Also 100 Prozent oder gar nicht. Und das ist, glaube ich, auch ein Punkt.

 

Die befragten Ärzte geben an, dass es für weniger leistungsfä- ige Mitarbeiter immer weniger Platz in der Arbeitswelt gibt.

     

Hausärztin in Berlin: Also eine Rolle, denke ich, spielen auch die Arbeitszeiten. Da hat sich, glaube ich, in den letzten zehn, fünfzehn Jahren auch viel getan. Supermärkte, die bis 24:00 Uhr offen haben, zu Beispiel. Früher waren das vielleicht nur Menschen, die im Krankenhaus in der Notaufnahme oder so gearbeitet haben, die rund um die Uhr arbeiten mussten. Heute sind das viel weitere Bevölkerungskreise.

Früher ging es um die 35 - Stunden - Woche. Heute höre ich zunehmend 'Ich bin im Wachschutz, ich arbeite nur 12-Stunden-Schichten, und zwar fünf bis sechs die Woche'.

Und dann verstehe ich immer nicht, ja, was sind das für Arbeitszeiten. Die Arbeitszeitgesetze sind irgendwie so aufgeweicht worden, dass es anscheinend möglich ist, insgesamt deutlich mehr Stunden pro Woche zu arbeiten und andererseits aber, da es keine Mindestlöhne gibt, in vielen Bereichen, trotzdem insgesamt weniger Geld zu verdienen. Und das bringt natürlich für die Menschen Situationen, in denen sie einerseits keinen Ausgleich sich schaffen können, also aus finanzieller Sicht sowieso nicht, aber auch, weil sie gar keine Freizeit haben und keine sozialen Kontakte und so weiter mehr nutzen können.

 

Aus Sicht der Haus-ärzte: Mehr Arbeit- nehmer als früher sind von langen und ungewöhnlichen Ar- beitszeiten betroffen.

     
     

Hausarzt in Berlin: Beschäftigte werden verschlissen. Nach dem Motto: Wenn der nicht mehr kann such ich mir einen Neuen. Die 'Generation Praktikum' spielt hier eine Rolle, die sich über Halbjahresverträge finanzieren muss.

Die verbrauchen sich selbst, aus Angst entlassen oder nicht mehr verlängert zu werden. Das erzeugt ein fehlendes Selbstwertgefühl.

 

Prekäre und kurzfris- tige Beschäftigungs- verhältnisse sind aus Sicht der befragten Ärzte eine weitere Ursache.

     
     

Psychiater in Berlin: Man muss sagen, dass die Patienten ja sehr gezielt darauf zusteuern, über ihre Arbeitsbedingungen zu reden. Es wird nicht mehr gelobt. Es wird nicht mehr bestätigt. Die finden keine Anerkennung mehr. Sie können sich kaputtmachen von morgens bis abends, sie wissen, es ändert nichts. 'Ich kriege sowieso immer den Vorwurf, dass ich noch mehr hätte machen müssen.'

 

Patienten kommen auf ihre Arbeitsbedingun- gen zu sprechen:

     
     

Hausärztin in Berlin: Wenn ich Patienten sehe, die Krankenschwestern sind, wie die ständig unter diesem Dokumentationsdruck stehen, und die eigentliche Arbeit bleibt dabei auf der Strecke.

Psychiater in Berlin: Innerhalb kurzer Zeit hatte ich mehrere junge Frauen aus dem Hotelwesen. Das ist unmenschlich, was da passiert. Die zartesten Frauen, denen wird sofort am nächsten Tag die

 

Ärzte berichten z. B. von Krankenschwes- tern, die unter Doku- mentationspflicht leiden...

Hilfskraft weggenommen, die müssen alleine die Matratzen stemmen und dann sind es nicht mehr drei Zimmer, dann sind es fünf Zimmer, dann 15 Zimmer.

   

Dann wird der Samstag gestrichen. Da fragen Sie sich, was soll daraus werden? Die müssen versagen, diese Menschen.

Hausärztin in Berlin: Die Zimmermädchen in dem Bereich, aber auch die, die Hotelfachfrau lernen, die berichten mir, sie haben rund um die Uhr das Handy in der Tasche können immer angerufen werden, rund um die Uhr.

Hausarzt in Marl: Und auffällig finde ich noch, dass es Menschen sind, in so mittleren Leitungsebenen, also z.B. im Gesundheitswesen. Da sind es mehr Frauen, also gerade im Pflegebereich, Bereichsleiter, Pflegedienstleiterin und bei diesen anderen Menschen, also Menschen, die irgendwo permanent in so einem Entscheidungsstress stehen, Vorgaben haben, Finanzbereich meistens, die einfach Verkaufsvorgaben haben und die dann diese Vorgaben - also zum einen den Widerspruch haben, was mache ich hier, was muss ich hier verkaufen - dass sie etwas selbst nicht gut finden können, bestimmte Finanzprodukte - und auch meistens diese Vorgaben erfüllen müssen. Und halt eben auch über, ich sag mal, neue Linien permanent mit Zahlen unter Druck gesetzt werden, permanent erreichbar sind über Handy und, und, und - nicht abschalten können.

 

...oder aus dem Hotel-wesen: Harte körperli- cheAnforderungen und unplanbare Arbeitsein- sätze. 

     
     

Hausarzt in Marl: Aber es ist doch so, dass Arbeit immer individuell erfasst wird. Das heißt, was du machst an EDV wird leistungsmäßig erfasst und dir vorgehalten und gesagt, das ist deine Leistung, die du gebracht hast. Was früher in dieser Form überhaupt nicht möglich war.

Also meinetwegen der Finanzsektor, was hast du für Abschlüsse gemacht, wie viel hast du verkauft. Aber auch in anderen Bereichen, wie viel hast du produziert, was hast du gemacht. Das ist erfassbar, wird auch vorgehalten.

Psychiater in Berlin: Und dann kommen sie zurück und haben sowieso den Berg, den hat keiner abgearbeitet. Ich habe da so einen Fall, wo die Depression sich auch schon über Jahre hinzieht. Der arbeitet in der Finanzdienstleistungsbranche. Das ist grausig, wenn ich mit ich über die Arbeitsverhältnisse rede.

Moderator: Ich muss sagen, Ihre Schilderungen sind sehr überzeugend, v. a. dadurch, dass Sie das aus eigener Erfahrung kennen. Wenn wir jetzt aus diesem Interview rausgehen, müssten wir also verbuchen, das 90 bis 95 Prozent des Anstiegs der Arbeitsunfähigkeiten aufgrund psychischer Erkrankungen auf die Arbeitswelt zurückzuführen wären. Ist das der Befund? Ist die Hauptursache eine veränderte Arbeitswelt?

Hausärztin in Neuwied: Also Hauptursache finde ich jetzt aber falsch. Das ist EIN Punkt.

 

 ...oder aus der Fi-nanzbranche: Kenn- zahlendruck und we-nig Identifikation mit den Produkten.

     
     

Psychiater in Berlin: Also ich glaube, wir sind zu kulturpessimistisch. Es geht nicht überall alles den Bach runter. Im Gegenteil es wird effektiver. Und die Betriebe, auch die großen Betriebe, die sind doch bemüht, jetzt auch da auf diesem Gebiet etwas in die Wege zu leiten. Dass man da betriebliche Präventionsprogramme führt. In dem Sinne, dass man guckt, was ist zumutbar? Und was ist auch noch für diesen schwächeren Teil der Gesellschaft, den es immer geben wird zumutbar, dass man für die Arbeitswelten erhält, dass man die nicht durch Qualitätsmanagement raus katapultiert. Das ist eine betriebliche Aufgabe.

Hausarzt in Marl: Gibt es da noch einen anderen Gesichtspunkt? Also frage ich mal hier.

Welche weiteren Ur-sachen gibt es für die Zunahme der psychi- schen Erkrankungen im Arbeitsunfähig- keitsgeschehen?

 

Hausärztin in Marl: Also das ist ja salonfähig, wenn Sie so wollen. Das ist ja akzeptiert, sozial akzeptiert. 'Burnout' - ich habe mich aufgeopfert, ich habe mich aufgerissen für meinen Betrieb und bin aufgrund dessen in eine Situation gekommen. Es könnte ja sein, dass da auch ein Wertewandel stattgefunden hat. Früher sind die Leute nicht so offen damit umgegangen, sind dann mit irgendwelchen psychosomatischen Beschwerden gekommen und wurden aufgrund dieser psychosomatischen Beschwerden krank geschrieben.

Hausärztin in Neuwied: Ich finde, das ist eine Zusammenkunft von ganz vielen verschiedenen Ursachen. Ich denke einmal, dass man heutzutage offener redet über das Thema Psyche. Das war ja lange Jahre völlig unmöglich für die Leute darüber zu reden. Also das haben die auch selber gar nicht so erkannt, dass sie psychisch krank waren. Während sie heute das selber auch besser reflektieren und auch eher zulassen. Patienten beschäftigen sich eher mit diesem Thema oder lassen auch diese Diagnose eher zu. Und das ist schon mal ein wichtiger Punkt, denke ich, der dazu beiträgt.

Hausarzt in Neuwied: Also ich würde dem schon zustimmen, dass wir natürlich ein hohes gesellschaftliches Maß entwickelt haben an Sensibilität und an gesellschaftlicher Fürsorge für diese Dinge. Und das ist ja auch der schmale Grad, wo ich letztendlich abchecken muss: wo ist jetzt hier die sozusagen die krankmachende Überlastung eines Patienten, der vor mir sitzt und wo bewegen wir uns in einem Bereich, wo man dann vielleicht auch mal sagen muss: 'Junge, halt mal durch. Das ist eine Durststrecke, aber die geht auch vorbei!' Und das ist natürlich immer eine Gradwanderung.

Als weitere Ursache für den Anstieg disku- tieren die Ärzte die zunehmende Akzep- tanz psychischer Er-krankungen

     
   

Hausarzt in Neuwied: Einerseits die Sensibilisierung, auf der anderen Seite die Mode. Ich sage jetzt mal Stichwort Burnout - wer keinen gehabt hat, hat auch noch nicht richtig gearbeitet.

Moderatorin: Ist es denn inzwischen so, dass durch die Präsenz des Themas in der Tagespresse die Patienten schon mit der Diagnose in der Hand kommen. So wie sie auch kommen und sagen: Ich habe einen Husten. Sehen Sie das jetzt auch bei psychischen Erkrankungen? Kommt das vor?

Hausärztin in Neuwied: Also die sagen nicht: Ich habe eine somatoforme Belastungsstörung.

Hausarzt in Neuwied: Wenn das Stichwort Burnout fällt, ja.

Hausarzt in Marl: Ich denke dass die Diagnose Burnout etwas ist, was gesellschaftsfähig geworden ist. Wobei natürlich klar ist, dass sich hinter dem Begriff 'Burnout' ein breites Bündel, wahrscheinlich in der Regel Depressionen verbergen, worauf wahrscheinlich jemand der sagt 'ich bin depressiv' nicht kommen würde. Das ist so ein Punkt, wo eine Akzeptanz mehr da ist. Irgend so was zu melden.

Moderator: Sie wissen offenbar relativ viel über das Arbeitsleben Ihrer Patienten. Könnten Sie mal schildern, wie so ein Fall abläuft? Kommt da jemand zu Ihnen und sagt: 'Ich habe psychische Probleme', oder kommt da jemand mit etwas anderem und Sie finden das dann erst raus im Gespräch? Wie läuft das ab?

Die massive Präsenz des Themas in der Öffentlichkeit trägt zur verstärkten Auf- merksamkeit gegen- über dem Thema bei - insbesondere das Stichwort Burnout.

 
 

Hausarzt in Marl: Sowohl als auch. Also sicherlich: Erst mal gibt es die, die kommen, weil sie irgendeine komische Symptomatik haben, eher aus dem psychovegetativen Bereich, irgendwo Herzrasen, Schwindel oder sonst irgendwas. Und es gibt aber auch - und da habe ich auch den Eindruck, was jetzt Belastung am Arbeitsplatz angeht, wird das auch immer offensichtlicher -, dass auch welche kommen und sagen:' Ich fühle mich überfordert, ich komme nicht mehr klar, ich glaube ich bin ausgebrannt, ich habe einen Burnout.' Also etwas, was offener angesprochen wird, als noch vor zehn oder 15 Jahren.

Hausarzt in Marl: Häufig kommen so Dinge zusammen. Ich habe eine Patientin, die auch genau mit so einer Symptomatik kam, die in leitender Position arbeitet und da eben auch so eine Überforderung sieht und spürt und da kam ein privater Stress hinzu. Der Ehemann wohl nur am Wochenende zu Hause, Baumaßnahme zu Hause, da ist alles völlig zusammengebrochen. Die kommt natürlich nicht und sagt, 'ich bin überfordert', sondern sie kommt und sagt: 'Mensch ich habe immer so ein Herzrasen, so Wärmegefühle und Schwindel und so was.'

Moderator: Vielleicht an der Stelle noch gefragt: Sie haben geschildert, dass Patienten zu Ihnen kommen mit somatischen Beschwerden und dass Sie dann durch geschicktes Fragen herausfinden, dass in Wirklichkeit eine psychische Beschwerde dahintersteckt. Jetzt haben Sie aber auch angedeutet, dass Diagnose 'Burnout' eine Art anerkannte Diagnose ist, die es den Patienten leichter macht - sagen Sie mir, wenn ich es falsch interpretiere - zu sagen, dass sie ein psychisches Problem haben. Trifft das zu? Hat die Diskussion um Burnout da geholfen?

Ein Teil der Patienten kommt über diffuse somatische Symptome zur psychischen Diag- nose. Ein anderer Teil spricht psychische Beschwerden gezielt an. Dabei hilft das Stichwort 'Burnout'.

 
 

Hausarzt in Marl: Es ist keine anerkannte Diagnose. Aber es ist wahrscheinlich ein Vehikel...

Hausarzt in Marl: ... ein gesellschaftlich akzeptiertes...

Hausarzt in Marl: ... um auszudrücken: 'Ich habe ein psychisches Problem'.

Hausarzt in Marl: Eine gesellschaftlich akzeptierte Bezeichnung. Ich denke, psychische Diagnosen sind immer noch schambehaftet. Und das kann man so ein bisschen umgehen mit 'Burnout'. Da hat der Patient ein Konzept, was ihn ja nicht verrückt darstellt. Das, was jahrelang bei psychischen Diagnosen immer eine Rolle spielte oder sonst etwas, 'der geht in die Anstalt'.

Hausärztin in Marl: Ja, der Begriff Burnout hat ja noch irgendetwas von Anerkennung. Eine Depression hat mehr von Versagen und sich outen, dass man eben den Anforderungen nicht mehr genügt.

Hausarzt in Marl: Genau. Burnout ist ja ein Eindruck, der hat ja gebrannt, der war ganz toll  und hat sich so verausgabt, dass er jetzt nicht mehr kann.

Hausärztin in Berlin: Gut, die Leute reden heute vielleicht auch leichter darüber, weil auch eine Enttabuisierung der psychischen Erkrankungen stattgefunden hat. Früher wurde ja nicht ganz so offen drüber geredet. Oder war es besser, man hatte was am Muskel als am Kopf.

Psychiaterin in Berlin: Ja, ja. Also, ich denke früher hatte man mehr Probleme, den Leuten überhaupt psychosomatische Erkrankung klarzumachen als heute. Heute kommen sie damit ins Wartezimmer.

Hausärztin in Neuwied: Viele Patienten sind auch dankbar, , wenn sie mit somatischen Beschwerden erst mal kommen, um vorzufühlen, wie reagiert der Doktor drauf, und wenn man dann ganz offen fragt: 'Wie ist es mit Stress', kann es einem wirklich passieren, dass die Leute in dem Moment vor einem in Tränen ausbrechen und sagen: 'Ja, eigentlich ist es genau das.' Dass sie darauf warten, wann kommt die Frage, wann kann ich mich dazu äußern.

Das Stichwort 'Bunr- out' ist aus Sicht der Hausärzte ein ' Vehi- kel', psychische Prob-leme anzusprechen.

 
 

Moderatorin: Es gibt noch eine weitere These, zu der wir Ihre Meinung hören wollen. Diese lautet, dass Ärzte besser darin geworden sind, psychische Erkrankungen zu diagnostizieren. Wie stehen Sie dazu?

Hausarzt in Berlin: Ich glaube, das stimmt. Also ich habe in den letzten zehn Jahren viel gelernt, muss ich sagen.

Sind Ärzte besser darin geworden, psy-  chische Erkrankungen zu diagnostizieren?

Hausarzt in Neuwied: Auf ärztlicher Seite denke ich, ist auch die Ausbildung eine andere, d. h. die Psychosomatik rückt ja immer mehr in den Vordergrund und wird entsprechend auch besser diagnostiziert als früher. Früher war der Rückenschmerz ein Rückenschmerz, etwas rein Somatisches. Heute wird der psychosomatisch geschulte Hausarzt ja nachfragen, was haben Sie denn für Belastungen, für einen Stress, was Ihnen das Kreuz bricht.

Moderatorin: Welche weiteren Gründe gibt es Ihrer Ansicht nach dafür, dass psychische Diagnosen immer häufiger eine Ursache für Arbeitsunfähigkeiten sind?

Hausärzte sagen, dass sie heute besser in Psychosomatik geschult sind als früher.

 
 

Hausärztin in Neuwied: Es ist natürlich so, wenn man jetzt z.B. eine Reha möchte für einen Patienten, das ist ja mittlerweile so, dass wenn man eine Reha wegen Rücken beantragt, dann heißt das ja häufig: 'Krankengymnastik kann er auch daheim machen'. D. h., man braucht da praktisch die verschärfte Diagnostik, also noch eine Diagnose dabei, die dann begründet, warum der Patient doch noch einmal stationär irgendwohin kommen muss. Und das ist natürlich dann sehr häufig eine, die aus dem psychosomatischen oder depressiven Formenkreis dazu kommt. Die ist natürlich früher auch dabei gewesen, aber man hat sie nicht dazu geschrieben.

Hausärztin: Psychi- sche Diagnosen gab es auch früher schon in Kombination mit somatischen Be- schwerden. Allerdings werden sie heute eher mit aufgeschrieben.

Hausärztin in Marl: Ich glaube auch, dass die Belastbarkeit der Menschen deutlich zurück gegangen ist, mit solchen Problemen umzugehen. Weil einfach viel weniger soziales Netz da ist und viel weniger rundum aufgefangen werden kann und der Arzt eher Anlaufstelle ist, als das in früheren Jahren der Fall war.

Psychiater in Berlin: Da wird ja deutlich, dass das Ganze wirklich in die ganze gesellschaftliche Situation hineinläuft. Und, sage ich mal, Strukturen, die sonst solchen Frust und Anfeindungen am Arbeitsplatz und Irritationen aufgefangen haben, dass diese kompensierenden Strukturen... Also das Tempo ist insgesamt höher geworden in der Arbeitswelt, wir haben eben drüber gesprochen, aber dann auch nicht mehr sozusagen die erholenden Strukturen auf der anderen Seite, die schützenden Strukturen. Angefangen von der Kirche. Könnte man lange drüber reden.

Hausärztin in Berlin: Familie. Es gibt ja keine intakten Familien mehr.

Fehlender sozialer Rückhalt führt aus  Sicht der befragten Ärzte zu mangelnder Widerstandsfähigkeit gegenüber psychi- schen Beschwerden.

     
   

Psychiater in Berlin: Die Familiensituation ist schwierig geworden, genau. Die Singlesituation mit Einzelkind und alle diese Broken-Home-Situationen, die da vulnerabel machen, anfälliger machen. Man weiß ja ganz genau, dass Kinder aus geschiedenen Verhältnissen deutlich stärker psychiatrisch auffällig sind als Kinder aus intakten Familien. Ganz einfach Überlegung und Zusammenhang, und, und, und. Welche Rolle spielen soziale Verbundsituationen. Ich meine, man kann natürlich diskutieren und sagen, es ändert sich auch wieder, es gibt auch wieder eine Gegenbewegung dazu, auch in einer großen Stadt wie Berlin, also es gibt viel mehr Häuser, die, sage ich mal, eine Nachbarschaftsstruktur haben als früher, scheint mir. Aber insgesamt ist es natürlich die Anonymisierung der Gesellschaft, die auch dazu beiträgt, dass der Einzelne dann bei uns ankommt und sich da auseint. Im echten Sinne keine psychiatrische Erkrankung nach klassischer Art hat, aber doch leidet und sozusagen gesellschaftsleidend ist, wenn man so will.

Nicht intakte Familien machen aus Sicht der befragten Ärzte anfäl- liger für psychische Erkrankungen.

     
     

Hausärztin in Marl: Ich glaube auch, dass viele Leute, vor allen Dingen auch Frauen, eine Doppelbelastung aushalten müssen oder Dreifachbelastung. Die haben Familien, ihren Beruf, die Kinder müssen gemanagt werden. Viel mehr, denke ich, als früher. Und dann noch nebenbei arbeiten, zwischen vier und acht Stunden am Tag. Das belastet, denke ich, schon. Das gab es ja früher in dem Sinne nicht. Früher waren die Frauen eben nicht beruftätig, wenn sie Kinder hatten und das sehe ich doch schon häufig in der Praxis. Dass gerade die Klientel da sitzt und sagt, 'ich kann nicht mehr'. Es sind viele Frauen, die sagen, "ich kann nicht mehr". Ich habe also mehrere in der letzten Zeit gehabt, die mit ihrer Familie, mit ihrem Job, nicht mehr klarkamen und sagen, 'ich bin einfach überlastet'.

Bei Frauen kann eine Doppel- und Dreifach- belastung zur Über- lastung führen.

     
     

Moderatorin: Wir haben natürlich auch epidemiologische Studien zur Kenntnis genommen, die sich mit der Prävalenz psychischer Erkrankungen befassen. Das Ergebnis hierbei ist im Großen und Ganzen, dass eine Zunahme der Prävalenz psychischer Erkrankungen in der Bevölkerung nicht zu sehen ist, Ist dies eine Diskrepanz zu unseren eigenen Daten zur Arbeitsunfähigkeit und auch zu Ihren Schilderungen? Wie würden Sie diese erklären?

Hausarzt in Neuwied:  Da muss ich aber jetzt mal nachfragen. Sprechen Sie jetzt von psychischen Erkrankungen oder sprechen Sie von psychosomatischen Erkrankungen?

Moderatorin:  Von psychischen Erkrankungen.

Sprecher männlich: Das muss ich jetzt definitiv sagen, ja. Also die Anzahl der Zyklothymieerkrankungen nimmt nicht zu. Die Anzahl an schweren major Depressionen mit Suizidalität nimmt nicht zu. Da geb ich Ihnen vollkommen recht. Da würde ich gar nicht widersprechen. Aber es ist die Frage, ob das was Sie gerade zitiert haben, dem Bild war wir jetzt geschildert haben, widerspricht.

Psychiater in Berlin: Also das sind ja keine richtig schweren psychiatrischen Erkrankungen, mit denen diese Patienten, die Probleme am Arbeitsplatz haben, zu uns kommen. Die unter Mobbing leiden. Das sind ja keine, die Schizophrenie oder Psychosen, Manien und schwere Depressionen haben, sondern das sind akute Belastungsreaktionen oder Anpassungsstörungen an den Arbeitsplatz. Das sind sozusagen produzierte Störungen, die wir auch gar nicht gelernt haben, zu behandeln. Da braucht man Sozialarbeiter, die muss man mit solchen Sachen behandeln, also mit Physiotherapie, Krankengymnastik und eben sie schnellstmöglich wieder zurück führen in einen normalharmonischen Arbeitsplatz, was es ja auch nicht gibt, weil der Arbeitsplatz eben nicht so ist. Das sind diese, ja, unter dem Druck der Arbeitsbedingungen entstandenen Dekompensationen. Das sind keine psychiatrischen Erkrankungen, in meinen Augen auch nicht. Und ich ärgere mich auch als Psychiater, dass meine Praxis mit solchen Leuten überschwemmt wird. Ich ärgere mich wirklich darüber, weil ich manche den ganzen Tag nichts anderes als mir diese fürchterlichen Geschichten anzuhören und ich kann es nicht beheben, ich kann nichts machen dagegen.

 

Die tatsächliche Prä- valenzpsychischer Erkrankungen nimmt nicht oder kaum zu. Wie passt das zur Bedeutung psychi- scher Erkrankungen im Arbeitsunfähig- keitsgeschehen?

     
     

Semi-quantitative Befragung von Ärzten, Psychiatern und Psychotherapeuten

Im Anschluss an die Interviews wurde den teilnehmenden Ärzte ein halbstandardisierter Fragebogen vorgelegt, der eine Reihe von Thesen zur Erklärung der Zunahme von Arbeitsunfähigkeiten aufgrund psychischer Erkrankungen aufführte. Diese Thesen sollten mit Prozentzahlen gewichtet werden. Thesen, die viel zur Erklärung der Zunahme beitragen, sollten mit entsprechend hohen Zahlen hinterlegt werden. Thesen, die wenig oder nichts erklären, oder falsch sind, mit entsprechend niedrigen Zahlen. Die Abbildung stellt die Mittelwerte der Antworten dar und ist somit eine aggregierte Einschätzung der Befragten.

   
     
     

     
     

4 von 5 Thesen fanden in hohem Maße Zustimmung:

Aus Sicht der befragten Ärzte ist der Anstieg der AU aufgrund F - Diagnosen zu einem großen Anteil damit zu erklären, dass die Prävalenz der entsprechenden Krankheitsbilder in der erwerbstätigen Bevölkerung tatsächlich zunimmt (Gewicht von 25 Prozent).

 

Die These, dass die Prävalenz der psychi- schen Erkrankungen zunimmt, findet Zu- stimmung.

     
     

Die zweitwichtigste These ist die, dass Patienten immer mehr Bereitschaft zeigen, eine psychische Diagnose zu akzeptieren, so dass diese auch häufiger als explizite Diagnose notiert werden (Gewicht von 22 %).

Auf Rang 3 folgt die These, dass Patienten von sich aus beim Hausarzt immer häufiger psychische Symptome, bzw. Symptome, die auf psychische Beschwerden hindeuten, äußern (Gewicht von 19 Prozent).

Schließlich wird die These einer verbesserten diagnostischen Kompetenz von Hausärzten mit einem Gewicht von 17 Prozent versehen.

Eine der fünf Thesen fand nahezu keine Zustimmung (Gewicht von 4 Prozent): "Die Zunahme ist auf eine wachsende Zahl fehlerhafter Diagnosen zurückzuführen."

Die Befragten waren selbstverständlich nicht verpflichtet, sich auf die fünf vorgegebenen Thesen zu beschränken, sondern konnten zusätzliche Thesen ergänzen. Im Extremfall hätten sie alle fünf Thesen ablehnen können und bis zu 4 neue Thesen ergänzen. Außerdem wurden sie gebeten, ihre Gewichtung zu jeder These zu kommentieren, wovon nahezu alle Gebrauch machten.

Zweitwichtigste The-se: Patienten sind zu-nehmend bereit, eine psychische Diagnose zu akzeptieren.

     
     

Die von den Ärzten ergänzten Thesen wurden in obiger Abbildung unter "sonstige Thesen" summiert, sie haben zusammengenommen ein Gewicht von 14 Prozent. Der häufigste Aspekt, der durch die  sonstigen Thesen ergänzt wurde, sind Bedingungen der Arbeitswelt.

   
     

Hinweis: Der komplette DAK - Gesundheitsreport liegt mir vor!

   
     
   
 
 
 
   

Hier noch ein Link auf auf zwei weitere Homepages von mir:

 
   

Eine private Initiative eines Betroffenen:

   

   

Schallenmüller und Partner
Familien- und Konfliktberatung / Coaching

   

Bei Fragen können Sie sich gerne melden!

 
   
 
   
 

   
   
     

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