Jakobsweg - Camino Norde ab Asturias          

   
   

 

   
   

vom 27.09. - 13.10.2011

   
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  Vorbereitung
 
  Der Weg
  
 
 
 
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Die Rückkehr 

aus 2008 

Camino Primitivo 

Oviedo - Santiago

"Unterwegs" 

 

 
 

Anflug auf Palma 

 

 

 

erste Etappe

 
 
 

Nass

 
 
 

Nässer

 
  
 

ein Problem

 
 
 

Glaube

 
 
 

Vertrauen

 
 
 

Hoffnung

 
 
 

neue Höhen

 
 
 

Anstrengung

 
 
 

hört nicht auf 

 
 
 

obenauf 

 
 
 

neue Sichtweisen

 
 
 

 Dinge ändern sich

 
 
 

Achtung vor dem Weg

 
 
 

Respekt vor altem

 
 
 

 was hat der schon alles

gesehen?

 
 
 

Versuchungen

 
 
 

Freundschaft

 
 
 
 

und

 

Mahlzeit

 

Pulpo

 
 

 
 

war gut!

 
 
 
 
 

Neuer Tag

 

 

 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Danke!

 
 
 
 
 
Ein alter Spanier holt mir Wasser aus einer Quelle.
Ich hatte schon lange nichts mehr getrunken.
 Das war das beste Wasser das ich je getrunken habe.
 
 
 
 
 

Herberge

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Die Rückkehr 

aus 2008 

"Pfützenbilder" 

 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

  
 

 
 

Die Rückkehr 

aus 2008 

"Flagge zeigen!" 

 

Mit der Flagge von Tibet um den Rucksack die letzten 5 km

 

meine Mutter am Telefon 

 

Kathedrale außen

 

Kathedrale außen

 
 

Die Rückkehr 

aus 2008 

"Santiago de C." 

 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 Eine tolle Flugkarte

 

 
 

Weitere Fotos aus

Santiago de Composela

 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Ergebnisse  

 
 

2005

 

"Wenn es soweit ist,

 weißt Du, was Du

was Du tun musst!"
 

 

 

 
 
 
 

2008

 

"Alles ist gut!"

 

 

 

 
 
 
 

2009

 

"Was war - war! 

Was ist - ist!

Was kommt - kommt!"

 

 

 

 
 
 
 

2011

 

"Suche nicht

nach dem Sinn!"

 

 

 

 

 

 
Günter

Schallenmüller 

 

ISBN: 978-3-86812-114-8

(zu Amazon Text anklicken) Zeitenwende: Aus der Psychiatrie auf den Jakobsweg

 
 

zur Homepage 

 

 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

Copyright ©

Günter Schallenmüller

 

  Clefferle * * * Ui, ui ui !

     

Unterwegs

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.    
      

Für Eli - durch die ich auch vieles NEU sehen gelernt habe. Hier stand ein anderer Text, der hier falsch ist:

Das Sein ist es, was verändert werden muss, darin ist das Feuer! Wie lässt sich das Sein verändern? Was ist zu tun? Nichts! Um das Sein zu ändern, musst du sehen. Etwas sehen, das es verändert. Niemand ändert durch bloße Arbeit. Du magst viele Dinge reparieren können, was eine große Gabe ist, doch wenn du versuchst, Menschen zu reparieren, wirst du wahrscheinlich auf Probleme stoßen. Du musst nichts tun,; du musst die Dinge auf eine andere Weise sehen. Die Veränderung kommt mit dem Sehen.                    (aus einem Buch von Anthony de Mello)

Achtung:

Die angegebenen Tag und Entfernungen werden womöglich anders sein.
   

Achtung:

Die eingestellten Berichte spiegeln auch das Empfinden am jeweiligen Tag wider. Ich habe die Berichte nicht rückwirkend verändert, sondern so übernommen wie ich diese aufgeschrieben habe. Alles wird auch Bestandteil des Buches: "Die schwarze 8" sein.   

   

Berichte vom Weg

 
 

Zum Einstieg

Du musst niemanden beeindrucken, nie wieder. Du fühlst dich in der Welt einfach wohl, du verlangst von niemandem mehr etwas. Wenn deine Wünsche nicht erfüllt werden, macht dich das nicht unglücklich.

Wenn du dich vor niemandem mehr verteidigen musst, fühlst du dich auch nicht mehr dazu gezwungen, dich zu entschuldigen. Noch nicht einmal, dich zu erklären. Du musst niemand mehr beeindrucken. Du belastest dich nicht damit, was andere sagen oder denken. Es macht dir nicht aus, es trifft dich nicht. Dann wird die Liebe beginnen. Aber erst dann.

   

 27.09.2011

Die Texte
>> Der Meister >>
sind ebenfalls aus dem Buch von Anthony de Mello.

Wenn du wirklich geh'n willst, geh. Beginne mit dem ersten Schritt. Wenn nicht heute, wann dann?

Der Meister
"Das Glück ist ein Schmetterling", sagte der Meister. "Jag ihm nach, und er entwischt dir. Setz dich hin, und er lässt sich auf deiner Schulter nieder."
"Was soll ich also tun, um das Glück zu erlangen?" "Hör auf hinter ihm her zu sein." "Aber gibt es nichts, was ich tun kann?" "Du könntest versuchen, dich ruhig hinzusetzen, wenn du es wagst."

   

Schorndorf - Flughafen -  Asturias / Oviedo
   

25 Grad

 

Bericht zum Tag

"Die Seele hat Vorfahrt!" von Flensburg nach Konstanz

 Aufbruch auf vielfältige Art

Es ist soweit. Wir - Sabine, Ronnie und ich sitzen im Flieger. Links von mir sitzt ein Mann der im Gespräch den Spruch macht: "Immer die Flucht nach vorne!" Am Gate habe ich noch einige SMS verschickt. Ich bin mir nicht sicher wie das alles ausgehen wird. Ob mir der Weg etwas zeigt ist noch offen. Ich hoffe es auf jeden Fall!

Am Flughafen in Palma denke ich beim warten an den nicht gegangenen Jakobsweg im Mai. Ich bin mir relativ sicher, dass das schief gegangen wäre, wenn ich damals nicht am Flughafen den Rückzieher gemacht hätte.

Im Flieger sitzt ein Italiener, der in Deutschland arbeitet und in Oviedo zu tun hat, neben mir. Wir unterhalten uns prächtig. Dabei kommen wir auch auf weise Haare zu sprechen. Hab ich selber ja auch welche. Er meint: "Die kann man nicht kaufen." !

Diese ersten Zeilen schreibe ich vor dem Start in Palma im Flugzeug. Die Stimmen um mich herum werden spanisch. Klaro - ich verstehe nichts mehr.

Dieses mal am Fensterplatz schaue ich raus und alles ist klein und weit weg. Zu Sabine, die neben mir sitzt sage ich: Wenn ich mal tot bin, dann bin ich hier oben."

Der Italiener vom ersten Flug nach Palma sitzt auf der anderen Seite, aber in der gleichen Reihe. Die Landung in Asturias verläuft ohne Probleme. Nachdem wir den Rucksack in Empfang genommen haben, bekommen wir vor dem Flughafenausgang eine Landkarte. Von wem? Von meinem Gesprächspartner - dem Italiener.

Wir entschließen uns, direkt vom Flughafen loszulaufen. Das bedeutet: Nicht mit dem Bus zurück nach Aviles. Diese Etappe wäre zu lang geworden.

Erst einmal geht es nach verlassen des Flughafens auf die Suche nach der Muschel. Endlich gefunden führt uns der Weg nach Soto de Barco. Von dort geht es weiter nach Muros de Nalon. Uns kommen auf dem Weg einige Zweifel, da wir merken, dass wir nicht in Cudillero übernachten können.  Zu teuer! Es gibt dort keine Pilgerherberge. Trotzdem kommen wir mit dem Bus nach Cudillero. Ein sehr schönes Städtchen am Meer. Wie immer mache ich auf dem Weg und auch im Städtchen viele Fotos. Im Bus erfahren wir - Ronnie kann französisch - dass in zwei Stunden ein Bus an unsere eigentliches Ziel Soto de Luina fährt. Ursprünglich wären das 45 km gewesen. Wir sind insgesamt ca. 20 km  gelaufen und den Rest mit dem Bus gefahren. Eine prima Leistung, wenn man bedenkt, dass wir erst um halb eins los gelaufen und seid drei Uhr in der früh auf den Beinen sind.

Die Herberge in Soto de Luina ist schnell gefunden. Einige Pilger sind auch schon da. Aber es sind auch noch betten frei. Nachdem wir geduscht haben beginnt nebenan im Schulhaus - die Räume der Herberge sind im gleichen Gebäude - eine Band an zu üben.

Ist ja klar, dass ich mir das anschaue! Ich kann sogar Aufnahmen machen. Die Musiker sind bestimmt einmal schwerhörig. Die Musik ist ziemlich laut. Gefällt mir aber! Ich will mal schauen, ob ich die Aufnahmen einstellen kann.

Ronnie und Sabine sind jetzt (20:30 Uhr) in der Herberge und ich bin noch mal in die Bar. Dort waren wir vorhin schon einmal zum Stempel für den Tag holen!

Jetzt bin ich beim zweiten Bier und schreibe mal wieder auf! Von Cudillero hat es auch geklappt, dass ich Deutschland auf dem Festnetz erreichen kann. Ich hatte die falsche Deutschlandvorwahl (0049). Ich rufe meine Mutter an und versuche es auch daheim! Insgesamt war der heutige Tag gut. Wobei viele Dinge für die Zukunft unklar sind.

Katrin hat mir auch einen Brief mitgegeben. Allerdings traue ich mich momentan nicht, diesen zu lesen. Irgendwann auf dem Weg . . .

Nach dem heutigen Tag bin ich mir auch recht sicher, dass es im Mai diesen Jahres schief gegangen wäre. Ich hätte das nicht gepackt. Heute habe ich auch Sabine gesagt, dass es schon sein kann, dass ich am letzten Tag sage: Ich bleibe da!

Wie hat der Italiener im Flieger gesagt: "Immer die Flucht nach vorne!" Ich glaube er hat recht. Es gibt wohl oft eben nur diese Chance. Letztendlich egal wie es ausgeht - ich werde jemandem weh tun! Ob ich das will? Nein! Ob ich das muss? Wahrscheinlich ja! Außer ich ziehe mich von allem zurück und auch das wäre nicht richtig. Wirklich egal was ich mache, es wird falsch sein!

Werde ich am Ende diesen Weges Klarheit haben? Werde ich leben wollen? Werde ich . . . Ich habe keine Ahnung. Der Weg (Camino) hat es nicht verdient, welche Hoffnung ich in ihn setze. Der Weg kann mir womöglich kein Ergebnis liefern.

Wir werden sehen!

aufgeschrieben in der Bar Ecu

   

  28.09.2011

Um Frieden zu finden, gibt es kein Sofortrezept. Man muss ihn mit Ruhe suchen.

Wie dein Stab dich stützt, so sei auch du deinen Mitpilgern Stab und Stütze auf ihrem Weg.

Der Meister
Sagte der Tourist: "Die Leute in ihrem Land sind arm. Doch sie schienen sich nie Sorgen im voraus zu machen."
Sagte der Meister: "Das liegt daran, dass sie nie auf die Uhr schauen."

   
 36 km Soto de Luina - Almuna Luarca
   

27 Grad

 

Bericht zum Tag
Heute haben wir recht gut geschlafen. Sabine hatte etwas Kopfschmerzen - vermutlich vom Vino (Grins). In der Herberge sind mit uns ca. 10 - 12 Personen.

 Morgens um halb acht macht sich der erste Pilger auf den Weg. Wir sind etwas langsamer. Alles muss sich erst einmal einspielen. Alles neu sortiert werden. Als wir aufbrechen sind meine Gedanken ganz woanders. Die Entscheidung von gestern, doch mit dem Bus zu fahren, sollte sich als vollkommen richtig herausstellen.

In der Beschreibung der Etappe steh "glücklicherweise nicht lang (21,4 km) aber ausgesprochen anstrengend". Laut Beschreibung gibt es zwei Möglichkeiten. Die eine führt an der Nationalstrasse nach Cadavedo. Die andere, eben anspruchsvolle Etappe ins Landesinnere und in Berg und Tal ans Ziel. Wir nehmen den Weg ins Landesinnere! Nach einem Aufstieg und einem Abstieg immer noch einmal ein Aufstieg und wieder hinab. 

Unterwegs mache ich viele Fotos. Auch von der Schlange, die Ronnie findet. Auch eine Kuhherde schenkt uns ihre Aufmerksamkeit! Alle schauen auf uns. Bis ich merke, ich habe mein rotes T-Shirt an. Nix wie weg!

Wie oft, oder wie fast immer, bin ich ohne Wasser unterwegs. Ob es falsch oder für mich richtig ist? Mir ist es einfach egal!

In einem Gespräch meint Sabine, ich solle immer nach meinen Gefühlen gehen. Ich sehe immer eben den dritten Weg und würde dadurch allen weh tun!

Idris mein Bruder würde sagen: "Ich bin nicht gut!" Er meint damit immer, es geht ihm nicht gut. Genau so geht es mir auch!

Die Herberge am Ende von Cadavedo ist in Ordnung. Wir haben alle unser Plätze und wie schon beschrieben, sitze ich jetzt in einer Bar und schreibe. Dabei trinke ich mein Serveco. Sabine schreibt auch und Ronnie isst etwas. Beide sind in der Herberge.

Einen Herbergsstempel bekomme ich heute keinen. Ich bin ja nicht in der Herberge. Dort ist eine Frau angekommen, die in die Pilgerausweise einen Stempel macht. Sabine und Ronnie kommen später auch in die Bar und sitzen vorne draußen. Ich selber habe keinen Plan wie es weiter geht! Ich bin mir sicher: "Der Jakobsweg wird mir diesmal keine Lösung bringen!"

 

 
   

29.09.2011

Die beste Prüfung, wie es mit Ihrer Bewusstheit steht, ist, sich zu fragen: "Wie habe ich die letzte, eben vergangene Stunde gelebt."

Was lächelst Du, Gekreuzigter? Wie kannst Du noch lächeln? "Ich lächle, . . . weil ich Euch dennoch liebe."

Der Meister
"Warum ist es für einen Reichen so schwer, in das Himmelreich einzugehen?"
Als Antwort erzählte der Meister die Geschichte von einem Mann, der in seiner Limousine vor einem Hotel vorfuhr und dann auf einer Tragbahre in sein Zimmer gebraucht wurde. Der Hoteldiener glaubte, der Mann sei gelähmt, und schaute fragend seine Frau an. "Er ist sehr reich", sagte sie, "er braucht nicht zu Fuß zu gehen."

   
 40,6 km Almuna Luarca - Tapia de Casariego
   

26 Grad

 

Wenn Schweigen tief genug ist, kann es vereinen. Worte können die Kommunikation manchmal stören.

Der Meister
Einem sich ständig über andere beklagenden Schüler sagte der Meister: "Wenn du wirklich Frieden haben willst, versuche, dich selbst zu ändern, nicht die anderen. Es ist einfacher, deine Füße mit Hausschuhen zu schützen, als die ganze Erde mit Teppichen auszulegen.

Bericht zum Tag
Heute fange ich einmal an vom Abend her zu schreiben. Vielleicht ist die Zeit viel weiter wie ich selber denke . . .

Es ist 19:00 Uhr und wir haben in einer Bar ein Pilgermenü gegessen. Vor und während des Essens hatte ich Krämpfe in der linken Hand. Ich konnte das Besteck kaum halten. Etwas später dann auch noch in der rechen Hand.

 Die weiteren Aufschriebe von diesem Tag wurden nicht mehr gemacht.

In der obigen Bar kam es aber zu einem Interview von Ronnie und Sabine mit mir, welches auszugsweise übernommen wurde:
     
  •   
Spielst du noch mit dem Gedanken? Ja!
     
  •  

Warum? Das ist die Frage. Warum nicht!?
     
  •  
3 Gründe?
  • Kränkungen
  • zu viele Verletzungen
  • werde woanders gebraucht
  •  
Wo? Planet der Affen
     
  •  
Schau uns jetzt an und sag, wie du dich jetzt fühlst? Nicht gut. Hatte vorhin Krämpfe in der linken und dann in der rechten Hand.
     
  •  
Kannst du noch Freude empfinden? Ja, aber ganz selten!
     
  •  
Hast du am heutigen Tag einmal Freude empfunden? Ja! Mehrmals! Einmal beim telefonieren
     
  •  
Könntest du dir vorstellen
  • dich unterwegs von uns zu trennen?
  • Sabine und mich alleine nach Hause fliegen zu lassen?
 
  • Nein! das ist eine Frage der Ehre!
  • Nein - ich bin bei jemandem im Wort. Wenn das nicht wäre, ja ganz sicher sogar!
  •  
Magst du uns? Sabine und Ronnie. Ja sehr! Aber ich mag eigentlich alle Menschen!
     
  •  
Was bedeutet Dir die Freundschaft zu Sabine, die du schon lange kennst? Ich werde immer für Sabine da sein, wenn sie mich braucht!
     
  •  
Glaubst du an ein Leben nach dem Tod? Wie stellst du dir das vor? Ja - unbedingt! Deshalb wäre es auch einfach für mich, zu gehen. Neue Aufgaben, aber woanders. Ich habe mal eine Geschichte geschrieben: "Das Leben als eine Etappe!"
     
  •  
Können wir nach dem Jakobsweg ein Nachtreffen machen und Resümee ziehen? Ein Pilgernachtreffen geht immer und zu jeder Zeit.
     
  •  
Würdest du es Schwäche sehen, wenn ich auf dem Weg an einer Stelle komme und nicht weiter könnte? (von Ronnie) Das ist eine gaaaaanz blöde Frage. Einfach deshalb, weil du schon gewonnen hast, weil du losgegangen bist. Deshalb hast du auch bei mir schon alles gewonnen.

Frage an Ronnie:

"Wie war der Tag?"

Antwort:

"Super!"

Das war dann jeden Tag!

 

 
   
   

30.09.2011

"Wie lange werde ich brauchen, um mein Problem zu lösen?"
"Keine Minute länger, als du brauchst, um es zu verstehen", erwiderte der Meister.

Was lächelst Du, Gekreuzigter? Wie kannst Du noch lächeln? "Ich lächle, . . . weil ich Euch dennoch liebe."

Der Meister
Jeder von uns trägt in seinem Herzen ein Album herrlicher Bilder aus seiner Vergangenheit. Erinnerungen an frohe Ereignisse. Bitte öffne dieses Album einmal, und erinnere dich an so viele Ereignisse wie möglich.

Wenn du diese Übung noch nie zuvor gemacht hast, wirst du wahrscheinlich nicht viele solcher Ereignisse finden. Doch allmählich wirst du immer mehr entdecken, die bisher in deiner Vergangenheit begraben waren, und du wirst sie gern ausgraben und in der Gegenwart Gottes neu durchleben. Du wirst sogar erleben, wenn du neue beglückende Erfahrungen machst, dass du ihre Erinnerungen nun viel mehr schätzt und sie nicht in die Vergessenheit versinken lassen willst. So trägst du in dir einen großen Schatz, in den du jederzeit eintauchen kannst, um deinem Leben mehr Freude und Kraft zu geben.

   
29,2 km - La Caridad
   
 

Bericht zum Tag
Heute morgen sind wir früher dran. Wir sind zwar wieder die Letzten die aufbrechen, aber trotzdem muss ich Sabine und Ronnie ein großes Lob aussprechen.

Der Tag wird dieses mal noch länger mit pilgern geprägt sein. Das heißt wir müssen unbedingt unseren Schnitt erhöhen, sonst reichen uns die Tage nicht aus.

Am Himmel ist die Morgenröte zu sehen, als wir um acht Uhr aufbrechen. Der Weg ist wie gewohnt sehr gut erkennbar und ausgeschildert.

von Clefferle * * * Das Pilgermenü * * *

Die Ausgangslage:
. . . irgendwann zwischen 18 und 19 Uhr
. . . irgendwo in Spanien auf dem Camino

HUNGER

Idee 1 - - - Essen gehen - - - das haben Sabine und Ronnie vor

Idee 2 - - - Einkaufen - - - das macht Günsch

Nun, essen gibt es erst ab 21.00 Uhr. So sitzen wir alle vereint vor einer Bar und trinken ein Serveca. Günsch hat schon eingekauft und füllt mit seiner Dose Serveca immer nach. Was soll ich sagen, irgendwann geht es weiter mit Essen. Dann noch kaltes Cola zum doch warmen Bier.

Die Wirtin hat sich womöglich gewundert. So wenig Serveca und so lustig?!?!? Sabine und Ronnie sind dann auch noch einkaufen gegangen . . .

In der Zwischenzeit wollte ein Schwarzer Ketten, Uhren und anderes verkaufen. Günsch hat ihm dann ein Mahou für eine Kette angeboten. Da es keine Kette dafür gab, kam auch das Bier wieder zurück. Auf jeden Fall war das ganze Erleben ergiebiger, wie in einem Restaurant.

Lustig war es auch och! Ach ja - was wurde gegessen? Brot, Wurst, Käse, Oliven und halt Cola und Serveca. Alles aus einer Plastiktasche.

   
Wir laufen zurück vom Städtchen zur Herberge.

Ich bin dabei wie öfters gerne mit mir alleine.

Mein Blick geht auf die Strassenpfosten.

Da ist die schwarze 8

Ich hab sie fotografiert.

Es kommt alles so, wie es sein soll!

 

 
   

01.10.2011

Die vollkommene Liebe vertreibt unsere Angst, denn sie hat keine Wünsche, keine Ansprüche, sie schachert nicht, sie beurteilt nicht, hat keine negativen Befürchtungen. Die Liebe ist einfach, ist da, sieht und handelt.

Was lächelst Du, Gekreuzigter? Wie kannst Du noch lächeln? "Ich lächle, . . . weil ich Euch dennoch liebe."

Der Meister
Sokrates war im Gefängnis und wartete auf die Vollstreckung seines Urteils. Eines Tages hörte er, wie ein Mitgefangener ein schwieriges lyrisches Lied des Dichters Stesichoros sang. Sokrates bat den Mann, ihn dieses Gedicht zu lehren. "Warum?" fragte der Sänger. "Dass ich in dem Bewusstsein sterben kann, noch etwas dazu gelernt zu haben", lautete die Antwort des großen Mannes.

Schüler: "Warum sollte man eine Woche vor dem Tod noch etwas Neues lernen?"
Meister: "Aus dem gleichen Grund, aus dem du fünfzig Jahre vor deinem Tod etwas Neues lernen würdest."

   
 10 km La Caridad - Ribadeo
   
 

Bericht zum Tag
Wieder einmal schreibe ich den Tag von hinten auf. Wir sind in der Herberge von Penaseida. Von hier sind es noch 199 km bis Santiago de Compostela. Bis jetzt ist alles richtig gut gelaufen. Heute morgen sind wir kurz nach acht gut weg gekommen. Nach den ersten Kilometern machen wir einen Stopp um einen Cafe zu trinken. Danach habe mich zurückfallen lassen um alleine zu gehen. Zum Glück war ich aber am Ende nicht alleine, denn irgendwann waren die Muscheln verschwunden.

Ich hänge mich an ein spanisches Ehepaar. So bin ich dann auch ans Ziel gekommen. Unterwegs gab es einen Stopp an einem Bauernhaus. Aus einem tiefen Brunnen habe ich Wasser bekommen Es hat sehr gut geschmeckt. Im Gegensatz zu der empfohlenen Etappe ging meine Etappe über Land. Dabei war es sehr heiß! Seit den Krämpfen achte ich auch mehr auf meine Flüssigkeit.

Irgendwann kam dann in der größten Hitze ein Anruf von Ronnie: "Wir haben im Meer gebadet!"

Am Anfang habe ich mich kurz geärgert! Der empfohlene Weg wäre ans Meer gegangen! Mist! Letztendlich war ich aber früher in der Herberge. Und, ich war froh darum! Diese Etappe war doch sehr anstrengend gewesen.

Nach vielen anstrengenden Kilometern treffe ich in der Herberge alte Bekannte. Sabine und Ronnie sind noch nicht da. Nach dem Duschen, Wäsche waschen gehe ich einkaufen. Am Abend gibt es dann Eintopf nach bayrischer Art. Christian aus München hat in der Herberge gekocht! Das war sehr sehr lecker!

Von hier Ribadeo sind es noch 199 km  bis Santiago de Compostela. Wir haben schon ein riesengroßes Stück geschafft. Sabine und Ronnie machen alles ganz prima.

Wir schaffen das zusammen

SabA * RoHa * GünSch

 
   

02.10.2011

Einem Schüler, der sich schrecklich fürchtete, Fehler zu machen, sagte der Meister: "Diejenigen, die keine Fehler machen, machen den größten aller Fehler: sie versuchen nichts Neues."

Was lächelst Du, Gekreuzigter? Wie kannst Du noch lächeln? "Ich lächle, . . . weil ich Euch dennoch liebe."

Der Meister
Ein Geschäftsmann wollte vom Meister wissen, was das Geheimnis eines erfolgreichen Lebens sei. Sagte der Meister: "Mach jeden Tag einen Menschen glücklich!" Und er fügte nachträglich in Gedanken hinzu: "...selbst wenn dieser Mensch du selbst bist." Nur wenig später sagte er: "Vor allem, wenn dieser Mensch du selbst bist."

   
 21,8 km Ribadeo - Gondan
   
 

Bericht zum Tag

Es gelingt immer besser mit dem morgendlichen Aufstehen, richten der Sachen und dem Aufbrechen. Wir kommen kurz nach acht los, durchqueren das Städtchen und merken schon, es wird wohl etwas hügelig werden. Es ist immer wieder seltsam das Aufbrechen und Auseinandergehen der Pilger zu beobachten. Nach einigen Kilometern kommt ins das spanische Ehepaar entgegen. Es war schon vor uns aufgebrochen und musste nun umdrehen, da sie etwas in der Herberge vergessen haben.

Bei einem Stopp treffen wir das italienische Paar wieder. Sie brechen auf, als wir noch beim Kaffee sind. Christian aus München kommt dazu. Später brechen Sabine, Ronnie und Christian gemeinsam auf. Ich folge etwas später. Heute werde ich alleine unterwegs sein! Meine Beine sind soweit gut. Ich hänge aber doch allen möglichen Gedanken nach. Am Ende zieht es sich wieder einmal bis die Herberge kommt. An einer Steigung überhole ich das italienische Paar und auch den polnischen Pilger. Allerdings hatte ich den Gedanken, dass oben angekommen auch die Herberge da ist. Leider falsch! Es geht noch einmal weiter! Bergab! Endlich kommt die Albuerge in Sicht! Sehr schön gelegen und vollkommen ausreichend. Eine Einkaufsmöglichkeit gibt es nicht. Aber wir können uns über Telefon etwas bestellen.

Beim aufschreiben ist es halb vier. Ich habe also noch viel Zeit! Wäsche und auch Duschen steht noch an. Heute will ich auch meine Sitzmeditation machen. Bisher habe ich das nicht hinbekommen. Andererseits bin ich mir noch unschlüssig, doch noch etwas weiter zu gehen. Ich lass mir für die Entscheidung noch Zeit bis halb fünf.

Galicien
Heute sind wir in Ribadeo angekommen. Einem Städtchen an der Mündung des Eo ins Meer. Ribadeo ist auch der Beginn des Camino Norde. Ab jetzt geht es ins Landesinnere. Die Muschel zeichnet wie gehabt den Weg. Aber jetzt anderes herum. Jetzt gilt es den Strahlen zu folgen.

Galicien ist sehr bergig und wir sollten gleich bei der ersten Etappe einen Geschmack davon bekommen. Ab hier sind auch die Kilometer angegeben. Das kann sehr motivierend sein. Andererseits aber auch frustrierend. Wie man es halt sehen will!

von Clefferle * * * Der Gebetsteppich * * *

Ich kann wirklich nur sagen:

"Total bescheuert!"

Der Günsch manchmal schon ein recht sturer Hund!  Warum? In der vorletzten Herberge - also die vor Ribadeo - hat er einen kleinen Teppich eingepackt. Schon während der Etappe von La Caridad hat er das verflucht! Nun, anstatt die Entscheidung zu revidieren ist das Ding immer noch im Rucksack! Keiner weiß etwas davon! Ich bin echt gespannt, ob er das bis Santiago schafft. Ich würde das Ding irgendwo liegenlassen. Ist nämlich überhaupt nichts besonderes. Aber ich bin ja auch nicht stur!
   
Größe und Gewicht: Länge: 93 cm
Breite: 50 cm
Gewicht: ca. 800 Gramm
   
   
Der weitere Etappenplan  
03.10. Gondan - Mondonedo
04.10. Mondonedo - Gontan
05.10. Gontan - Vilalba
06.10. Vilalba - Baamonde
07.10. Baamonde - Miraz
08.10. Miraz - Sobrado dos Monxes
09.10. Sobrado dos Monxes - Arzua
10.10. Arzua - Pedrouzo
11.10. Pedrouzo - Monte de Gozzo
12.10. Monte de Gozzo - Santiago de Compostela
13.10. Santiago de Compostela und Rückflug

Gondan - Vilanova de Lourenza

Nachdem wir die Etappen bis Santiago de Compostela besprochen haben (siehe Eintrag vorher) bin ich um 16.35 Uhr aufgebrochen. Wir treffen uns dann morgen in Mondenedo. Ich habe dann eine Mini-Etappe von 9,7 km und Sabine und Ronnie haben meine jetzigen 7,4 km noch dazu.

Die kleine Etappe von 7,4 km habe ich nach 1,5 Stunden geschafft. Die Herberge war schnell gefunden. Ich finde sie besser als die Herberge wo Sabine und Ronnie jetzt übernachten. Einfach weil sie in einem kleinen Städtchen liegt. Zuerst aber zur Etappe. Es geht erst einmal runter und danach 1,7 km steil nach oben. Da wird Ronnie morgen schnaufen müssen. Ich bin recht schnell unterwegs und schätze unterwegs immer mal wieder die gelaufenen hundert Meter. Das ist eine gute Ablenkung. Genau so steil wie es aufwärts ging, geht es nun bergab. Das schöne ist, es ist total überschaubar. Die Sonne scheint zwar noch kräftig, aber es geht fast immer durch ein schattiges Wäldchen.

Warum bin ich noch mal los?

  • Ich wollte noch mal für mich alleine sein! Da habe ich den Eindruck, dass das für mich das Beste ist.

  • Mich hat gestört, dass es nichts zum einkaufen gab und das Essen bestellt werden musste.

Diese beiden Gründe haben mich aufbrechen lassen. Ich habe für mich richtig entschieden. In dem kleinen Städtchen ist ein Fest und die Straßen sind voll mit Leuten. Jetzt kurz vor 19:00 Uhr habe ich schon etwas gegessen, 2 Serveca und eine Cola getrunken. Morgen nach der kurzen Etappe lese ich den Brief von Katrin.

 

 
     

03.10.2011

Wenn man eine Uhr besitzt, weiß man, wie spät es ist. Hat man zwei Uhren, ist man nie ganz sicher. 

Was lächelst Du, Gekreuzigter? Wie kannst Du noch lächeln? "Ich lächle, . . . weil ich Euch dennoch liebe."

Der Meister
"Warum ist hier jeder glücklich außer mir?", fragte ein Schüler. "Weil sie gelernt haben, überall Güte und Schönheit zu sehen", sagte der Meister. "Warum sehe ich nicht überall Güte und Schönheit!" "Weil du draußen nicht etwas sehen kannst, was du in deinem Inneren nicht siehtst."

   
 9,7 km Vilanova de Lourenza - Mondenedo
   
 

Bericht zum Tag
So früh war ich noch nie an einem Etappenziel. Ich bin um acht los. Allerdings erst einmal in ein Kaffee / Bar einen Cafe Letche trinken. Am Anfang ging es noch in Vilanova einen steilen Hang hinauf. Es ist noch dunkel und ich komme in kleine Ortschaften. Schon kurz vor zehn bin ich am Etappenziel Mondonedo.

Dort gibt es eine sehr schöne Kirche. Nach einer kurzen Besichtigung setze ich mich an die Sonne und schnitze an meinem Pilgerstab. Später geht es in ein Cafe, esse und trinke eine Kleinigkeit. Die doch etwas kurze Nacht hat Auswirkungen. Ich bin schon etwas müde.

Die Italiener treffe ich auf wieder. Sie gehen weiter bis Gotan. Das wäre auch mein Etappenziel gewesen.
Aber ich warte bis mich Sabine und Ronnie eingeholt haben. Ich treffe Christian. Er geht heute noch 17 km weiter. Später treffen Sabine und Ronnie ein. Wir bleiben heute alle drei in Mondenedo. Bei der Polizei holen wir den Schlüssel. Es ist eine sehr schöne Herberge.

Meine Stimmung ist total im Keller! Kein Grund vorhanden! Ich kann nur versuchen, dem nachzuspüren. Helfen kann mir dabei niemand! Ich laufe Gefahr, dass mir alles egal ist! Nein, mir ist alles egal. Am liebsten würde ich laufen bis ich umfalle. Die 8 werde ich auch in meinen Pilgerstab reinmachen. Gleich hinter dem Kreuz. Da auf der Rückseite.

Ob die 8 eine Bedeutung bekommt?

Sie steht auch für unendlich. Da ich nach dem Tod an irgendeine weitere Existenz glaube, würde das auch irgendwie stimmen. Ich ziehe mich gerade immer mehr zurück und ich bin mir sicher, dass ich auf diesem Weg erstmals kein Ergebnis bekommen werde. Zumindest nicht so wie bei den letzten Wegen. Am liebsten würde ich auch das Handy ausschalten. Einfach: Kein Anschluss mehr! Alles ist düster!

Jetzt ist es 20:35 Uhr. Ich bin alleine in einem Weinlokal. Habe davor Sabine, Ronnie und den Radpilger getroffen. Eigentlich bin ich in das Weinlokal wegen Internet. Jetzt trinke ich einen Wein. Ich schreibe wieder einiges auf. Der Wein ist rot und stark. Zum Glück habe ich vorhin kein Serveca getrunken.

Schnitzel mit Pommes . . .

haben Sabine, Ronnie und der Radpilger vorhin gegessen. Ich habe dort nichts gegessen. Hier im Weinlokal bekommst du zum Wein immer noch zwei / drei Häppchen dazu. Teilweise mit Fisch. Das macht aber nichts! Alles ist sehr gut! Es sollten noch einige Häppchen mehr werden. Ui ,ui ui . . .

 
   

04.10.2011

"Gibt es Wege, die eigene geistige Stärke zu messen?" "Viele." "Nenn uns einen:" Findet heraus, wie oft ihr euch im Laufe eines einzigen Tages aufregt."

Was lächelst Du, Gekreuzigter? Wie kannst Du noch lächeln? "Ich lächle, . . . weil ich Euch dennoch liebe."

Der Meister
"Eines Tages wirst du begreifen, dass du nach dem suchst, was du schon hast", sagte der Meister zu einem eifrigen Schüler.
"Warum sehe ich es dann jetzt nicht?"
"Weil du dich darum bemühst."
"Muss ich mich also nicht anstrengen?"
"Wenn du dich entspannst und ihm Zeit lässt, wird es sich selber zu erkennen geben."
 

   
 17 km Mondonedo - Gontan
   
 

Bericht zum Tag
Diese Etappe habe ich gestern in einer SMS an Elisabeth versprochen. Es sollte die bisher schlechteste Etappe werden. Nicht vom Weg her, sondern von meiner Psyche her. Wir starten etwas verspätet und es geht auch gleich den Berg hoch.

Viele Gedanken im Kopf! Eine SMS vom Camino!

Und eine Überzeugung. Auch der Camino wird mir diesmal nicht helfen. Draußen scheint die sonne und ich habe Tränen in den Augen. Am liebsten würde ich mich irgendwo verkriechen. Für Sabine und Ronnie bin ich auch keine große Hilfe. Eher sehe ich mich als Belastung. Sie können lachen und ich bin nur noch traurig.  Zudem kann ich mich selber auch nicht leiden.

Vielleicht schicke ich nur den Pilgerstab mit nach Hause .Heute habe ich die 8 reingemacht, zwei Wellen, G und das Wort meines Schutzengels: Metatron

Irgendwann habe ich die anderen überholt. Die ganze Zeit bin ich alleine unterwegs. Allerdings ist auch Sabine und Ronnie öfters für sich auf dem Weg. Ich finde das gut, da jeder sein eigenes Tempo gehen muss.

Die Herberge ist super toll und die bisher beste Herberge. Die Schlafräume, Duschen und alles ist wirklich prima. Wenn so die weiteren Herbergen sind ist das richtig toll.
   

Beim letzten Camino auf dem Primitivo habe ich auch so ein Buch voll geschrieben. Der Titel damals: "Die Rückkehr - oder Kichererbsen für Santiago".

Diesmal werden diese Zeilen womöglich nur wenige Menschen lesen. Wenn überhaupt! 

Beim letzten Camino habe ich auch viele Fragen gestellt. Antworten dazu überlegt. Auch damals habe ich die Tabletten weg gelassen .So wie diesmal auch. Egal was passiert, ich will keine Tabletten mehr nehmen.

Wenn es mir zum weinen ist, lass ich es raus. So wie jetzt gerade auch.

Beim Pilgern kommen auch andere Gedanken. Hier ein Beispiel. Es gibt ja Fälle, dass eine Frau in einem männlichen Körper steckt. Heute kann man das schon ändern. Was mache ich, wenn ich denke, dass ich auf dem falschen Planeten bin und hier gar nicht oder gar nicht mehr, her gehöre? Ich lasse die Gedanken raus in dem ich sie aufschreibe und helfe mir damit.

Gontan - Vilalba

Nachtetappe

Am Nachmittag saß ich frisch geduscht an der Sonne und trinke ein, zwei Bierchen.  Nachdem sich bei mir die Stimmung immer mehr verschlechtert hat überlege ich noch einmal aufzubrechen. "I go my own way!", sage ich dem Menschen von der Herberge, der verwundert fragt, ob ich nicht bleibe.

In mein Handy gebe ich ein: "Bescheuert! 19:15 Uhr Aufbruch mit Ziel Vialba. Ich bin ein Arsch! Aber egal!"

Eigentlich macht das keinen Sinn, da die Herberge bestimmt nicht mehr offen ist. Langsam wird es dunkel. Sabine ist wütend, was ich verstehe. Sie hat aber auch Angst. Ich gehe die Nationalstrasse entlang und mache ab und zu ein Foto von den Ortsschildern.

Unterwegs in einer Bar trinke ich zwei Cola und dann geht es weiter. Es ist schon kurz nach zehn. Ich überlege, ob ich weiter nach Baamonde laufe, ob das reichen könnte . . . Das ist dann aber wohl doch zu weit. Um 23.45 Uhr bin ich vor der Herberge. Klar, dass diese zu ist. Am anderen Tag erfahre ich, dass sie um 23.00 Uhr geschlossen wurde.

Für mich bedeutet das: Draußen schlafen! Shite!

 

  
  
   

  05.10.2011

"Mein früherer Meister lehrte mich, Geburt und Tod anzunehmen." "Warum bist du dann zu mir gekommen?" fragte der Meister. "Zu lernen, das anzunehmen, was dazwischen liegt."

Was lächelst Du, Gekreuzigter? Wie kannst Du noch lächeln? "Ich lächle, . . . weil ich Euch dennoch liebe."

Der Meister
Der Meister zitierte einmal den berühmten Satz aus der "Bhagavadgita", in dem der Herr den Jünger anspornt, sich in die Schlacht zu stürzen und ein ruhiges Herz zu Füßen der Lotosblume des Herrn zu bewahren.
Ein Schüler fragte: "Wie kann ich das erreichen?"
Sagte der Meister: "Entschließe dich dazu, mit jedem Ergebnis deiner Anstrengungen zufrieden zu sein."

   
 26,5 km Vilalba
   
 

Bericht zum Tag
Um 9:00 Uhr sitze ich in einer Bar, trinke zwei Cafe und warte wie die Zeit vergeht. Ich werde warten bis Sabine und Ronnie heute hier ankommen. Also heute nicht weiter laufen. Ab morgen dann wieder gemeinsam mit den beiden anderen . . .

Selber Schuld!

Nachtrag von Clefferle * * * Reflektoren  * * *

Ein Wort: Reflektoren

Die hat Günsch nicht dabei oder dran gehabt. In der vergangenen Nacht! Kurz vor Vialba fährt ein Auto vorbei. Wendet 200 m weiter und dann geht das Blaulicht an! Guardia civil!!!

Der Polizist sagt dann genau das eine Wort: Reflektoren!

Nachträglich war das richtiges Glück! Auf der Paralellstrasse war nämlich schon die Herberge und Günsch war eigentlich schon vorbei. Die Polizei hat Günsch dann eingeladen und zur Herberge hin gefahren. Dass die Herberge schon zu war, geschieht ihm grad recht!!!

Nachtrag von Clefferle * * * Outside  * * *

Ein Wort: Outside

Eine volle Herberge und Günsch schläft vorne draußen auf einer Bank. Tja was willst du machen, wenn die Herberge geschlossen ist. Einmal außen rum, ob doch irgendwo etwas offen ist. Dann klopfen! Nichts! Dann nach einer Alternative suchen. 
   

Da ist eine schöne lange Bank. Der Teppich, der immer noch im Rucksack ist, kommt unten hin, dann der Poncho und darauf der Schlafsack. Die Bank wird von einem Scheinwerfer der Feuerwehr nebenan angestrahlt. So alle halbe Stunde geht der Blick auf die Uhr. Also richtig gemütlich ist das nicht! Allerdings gibt es dafür keine Schnarcher. Die sind nämlich alle im Gebäude. Gegen vier Uhr gehen dann die Scheinwerfer aus. Dafür wird es jetzt aber immer kälter. Um sieben Uhr, als die ersten Pilger aufbrechen kommt Günsch ins Gebäude. Kurz war die Hoffnung da, er könnte dort eine Runde schlafen. Aber um 9:00 Uhr wird kontrolliert und alle müssen raus. Na ja, auch solche Nächte müssen wohl sein.

Clefferle

Da ich die Etappe in der vergangenen Nacht gemacht habe, habe ich heute Zeit und vor allem nichts zu laufen. Ich warte vor der Herberge bis diese wieder öffnet. Gegen 13:00 Uhr ist es soweit. Da ich der erste bin, habe ich frei Bettenauswahl. Später kommt Sabine an. Sie hat sich irgendwann von Ronnie getrennt und ist alleine weiter. Wieder etwas später kommt Ronnie an. Ihm hat das alleine laufen doch recht gut getan. Am Anfang war er überhaupt nicht begeistert davon. Aber das ist der Camino. Jeder muss sein eigenes Tempo gehen. 

  
  
   

  06.10.2011

Mein früherer Meister lehrte mich, Geburt und Tod anzunehmen." "Warum bist du dann zu mir gekommen?" fragte der Meister. "Zu lernen, das anzunehmen, was dazwischen liegt."

Was lächelst Du, Gekreuzigter? Wie kannst Du noch lächeln? "Ich lächle, . . . weil ich Euch dennoch liebe."

Der Meister
Der Schüler bat um ein Wort der Weisheit. Sagte der Meister: "Geh, setz dich in deine Zelle und deine Zelle wird dich Weisheit lehren." "Aber ich habe keine Zelle. Ich bin kein Mönch." "Natürlich hast du eine Zelle. Blick in dich."

   
 22,7 km Vilalba - Baamonde
   
 

Bericht zum Tag
Heute müssen wir uns in der Herberge im Dunkeln richten. Das Licht geht nämlich nicht. Da jeder Pilger eine Taschenlampe hat, ist das aber kein Problem. Sabine bricht heute alleine auf! Ich zusammen mit Ronnie. Nachdem wir das Städtchen verlassen haben, meint Ronnie, ich könne gerne schneller weiter gehen.

Jetzt sind beide auf dem Jakobsweg angekommen. Unterwegs hole ich Sabine ein. Wir gehen einige Kilometer zusammen. Dann will Sabine eine Pause machen und ich gehe alleine weiter. Es sind noch ca. 5 km bis Baamonde.
   

 

 

Unterwegs kommen wir auch

zum Wegzeichen

111,111 km

Diesmal mache ich wieder mehr Fotos, wie in der Nachtetappe.

Die Herberge in Baamonde ist sehr schön. Zu den Betten geht einige Treppen hoch. Aber kein Problem. Nach dem Duschen, Waschen und einem Serveca schreibe ich an meinem Buch. Sabine und Ronnie sind noch Essen gegangen. Heute fühle ich mich gut.

Ich glaube ich bin jetzt auch auf dem Camino angekommen.

Heute Abend fange ich an mehr auf mich zu achten. Das bedeutet vor allem mehr trinken. Ich bin da bisher sehr unvorsichtig gewesen. Vielleicht kommen daher auch die Krämpfe in der Hand, die ab und zu kommen.

Aus Sabines Meditationsbuch

  • Sei so wie du bist . . .

In unserem Heilungsprozess lernen wir ein neues Verhalten. Es heißt: Sei so wie du bist. Das kann für manche von uns erschreckend sein. Was würde geschehen, wenn wir unsere Gefühle zuließen, wenn wir sagten, was wir meinten, wenn wir zu unseren Überzeugungen stehen und unseren Bedürfnissen Wert beimessen würden? Was würde geschehen, wenn wir unsere Maske, mit der wir uns anpassen, fallen ließen? Was würde geschehen, wenn wir es wagten, wir selbst zu sein?

Dürften wir weiterhin mit Zuneigung rechnen? Oder würde man uns den Rücken kehren? Würden wir andere damit verärgern?

Es kommt eine Zeit, in der wir bereit sind, dieses Wagnis einzugehen. Wir erkennen, dass wir uns selbst befreien müssen, wenn wir weiterhin innerlich wachsen und ganz bei uns sein wollen. Es ist Zeit, dass wir uns nicht länger von anderen und deren Erwartungen beherrschen lassen, dass wir uns selbst treu sind - ungeachtet der Reaktionen anderer.

Wir werden das begreifen. Manche Menschen mögen sich von uns abwenden, doch solchen Beziehungen wäre ohnehin ein baldiges Ende beschieden gewesen. Andere bleiben und lieben und respektieren uns um so mehr, weil wir das Wagnis eingegangen sind, so zu sein, wie wir sind. Wir beginnen, Intimität herzustellen und Beziehungen aufzubauen, die funktionieren.

Wir entdecken, dass der, der wir sind, schon immer genug war. Wir sind nämlich so, wie wir sein sollen.

  • Mit der eigenen Familie zurecht kommen

Es gibt viele Möglichkeiten, um gegenüber der Familie die eigenen Belange zu wahren. Manche Menschen beschließen, die Verbindung zu Familienmitgliedern für einen bestimmten Zeitraum abzubrechen. Manche nehmen sich vor, die Verbindung zu Familienmitgliedern aufrechtzuerhalten und sich andere Verhaltensweisen zuzulegen. Manche entfernen sich eine zeitlang und kehren langsam und unter anderen Voraussetzungen wieder zurück.

Es gibt kein Patentrezept, wie wir mit den Mitgliedern unserer Familie umgehen sollen. Es liegt bei jedem einzelnen, den für ihn passenden Weg zu wählen.

Neu ist für uns der Gedanke, dass wir die Wahl haben. Wir können die Grenzen setzen die wir gegenüber Familienmitgliedern setzen müssen. Wir können einen Weg wählen, der für uns richtig ist, ohne uns schuldig oder verpflichtet zu fühlen und ohne von irgendeiner Seite eine unerwünschte Einflussnahme zu dulden.

Unser Ziel ist die liebevolle Loslösung von Familienmitgliedern. Unser Ziel ist es, Sorge zu tragen für uns selbst, uns zu lieben und ein gesundes Leben zu führen - trotz der Dinge, die Familienmitglieder tun oder nicht tun. Wir bestimmen, welche Grenzen oder Entscheidungen hierfür nötig sind.

Es ist in Ordnung, nein zu unserer Familie zu sagen, wenn wir das wünschen. Es ist in Ordnung, ja zu sagen zu unserer Familie, wenn das unserer Vorstellung entspricht. Es ist in Ordnung, sich vorübergehend zurückzuziehen, und es ist in Ordnung, als veränderter Mensch wiederzukehren.

Hinweis: Der Titel des Meditationsbüchleins ist mir nicht bekannt. Daher kann dieser hier nicht angegeben werden.

Die Aufführung der Notizen sollen auch ein wenig aufzeigen, dass das Pilgern auf dem Camino oft mehr ist als "nur" Pilgern. Sabine hatte für jeden Tag Kopien aus dem Buch mitgenommen.

 

  
  
   

07.10.2011

Eine falsche Vorstellung ist die, dass wir unserem Glück nachlaufen könnten, dass wir irgend etwas tun könnten, um es zu erreichen.

Was lächelst Du, Gekreuzigter? Wie kannst Du noch lächeln? "Ich lächle, . . . weil ich Euch dennoch liebe."

Der Meister
Ein Vogel, der sich an einen Ast klammert, kann nicht fliegen. Hören Sie auf, sich an die Vergangenheit zu klammern! Ein hinduistisches Sprichwort sagt: Das Wasser wird rein, indem es weiter fließt; der Mensch, indem er weiter geht."

   
 15,7 km Baamonde - Miraz
   
 

Bericht zum Tag

Angekommen

 . . . ?

. . . auf dem Jakobsweg

. . . auf dem Camino

. . . in meiner Mitte

. . . bei mir selber

Wie lange?

Ich hoffe es hält eine Weile!

Ich hoffe noch länger!

Ich hoffe immer!

Heute sind wir (Sabine und ich) nach einem Kaffee in der Bar nebenan aufgebrochen. Eine Etappe mit 15,7 km liegt vor uns. Laut Beschreibung geht es jetzt weg von der Nationalstraße. Schöne Wege abseits der Strasse! Ich erhalte einen Anruf, gerade als Sabine einen Stopp machen möchte. In der Nähe ist ein größerer Fluss, na ja - mittelgroß!  Beim telefonieren sehe ich, wie sich die Bäume im Wasser spiegeln. Da muss ich unbedingt nachher einige Fotos machen. So wie meine Pfützenfotos sieht das schön aus. Sabine geht weiter. Ronnie der etwas später aufgebrochen war, überholt mich auch. Jetzt bin ich am Ende.

Zum ersten Mal lasse ich mir selber mehr Zeit. Vor allem mache ich wirklich langsam. So nach und nach lösen sich die Wirren. Ich lasse alles was die Zukunft bringt auf mich zukommen. Für heute ist nur Miraz das Ziel

Unterwegs mache ich Fotos. Sabine legt / bzw. macht auch immer wieder ein Zeichen auf den Weg. Heute kommen wir auch noch unter 88 km. Ich denke ich sollte mal wieder einen Stein zusätzlich einpacken. Deshalb halte ich die Augen offen um einen mitzunehmen. Das habe ich auch damals 2005 acht km vor Finistere gemacht. Einen Stein mitzunehmen - was ich bewusst tragen will. Aber auch dafür, eben bewusst manche Dinge nicht mehr zu tragen oder zuzulassen.

Also achte ich auf dem Weg auf alles mögliche. Fotos machen, die Zeichen von Sabine und auch die Suche nach einem Stein. Vor Kilometer 88 möchte ich einen gefunden haben. Das zusätzliche Gewicht wird dann bis Santiago getragen und sich später daheim auf dem Schreibtisch wiederfinden.

Der Stein und ein Stempel mit dem Schweißbrenner
Auf einmal höre ich Musik! Keine Angst, diese ist wirklich da und nicht nur in meinem Kopf! An einer Mauer sind Zeichen. Dort - von hinter der Mauer kommt die Musik her.

Neugierig wie ich bin gehe ich durch einen Durchlass. Ein Steinmetz bearbeitet einen großen Stein. Ich schaue zu. Dann kommen wir ins Gespräch. Na ja, Gespräch ist etwas viel gesagt. Auf jeden Fall macht er mir mit Wachs und einem Schweißbrenner ein Zeichen in meinen Pilgerpass und auch mein Buch in dem ich aufschreibe. Ich frage natürlich auch, ob wir ein Foto machen können. Er ist einverstanden und so habe ich kurz darauf auch ein Foto. Also weiter vorgewagt. Vielleicht hat er auch einen Stein für mich. Ich frage und er führt mich in eine Art Wohnzimmer. Dort hat er einige Steinarbeiten. Ich suche mir etwas aus und frage nach dem Preis. Er meint 20 Euro. Nach kurzem überlegen, entschiede ich mich dafür. Wahrscheinlich zahle ich zu viel dafür. Aber ich glaube, dass der Preis in Verbindung mit zwei / drei Fotos und der Tatsache, dass es sich um Handarbeit handelt in Ordnung ist.

Kurz darauf frage ich nach dem Stein mit dem der Steinmetz den Pilgerausweis beschwert hat. Könnte ich den vielleicht haben? Er schüttelt den Kopf. Dann zerschlägt der den Stein und auch noch zwei andere und ich bekomme auch diese Teile mit. Vermutlich hätte ich diese nicht bekommen, wenn ich mit dem Preis nicht einverstanden gewesen wäre. So habe ich meine zusätzlichen Steine bekommen. Wieder einmal ganz anders wie ich es mir vorgestellt hatte.

Kurz vor der Herberge ist wieder ein Kilometerstein. Darauf steht: 87.994 km

Eine für mich elementare Frage:

Hat sich irgend etwas verbessert, weil ich da war?
(gemeint ist auf der Welt / Erde)

 

  
  
   

08.10.2011

Echte Würde wird nicht durch Missachtung gemindert. Die Majestät der Niagara - Fälle wird nicht geringer, wenn man hineinspuckt.

Was lächelst Du, Gekreuzigter? Wie kannst Du noch lächeln? "Ich lächle, . . . weil ich Euch dennoch liebe."

Der Meister
Den Schülern, die wissen wollten, welcher Art der Meditation er jeden Morgen im Garten praktizierte, sagte der Meister: "Wenn ich aufmerksam schaue, sehe ich den Rosenstrauch in voller Blüte." "Warum muss man aufmerksam schauen, um den Rosenstrauch zu sehen?" fragen sie.  "Damit man wirklich den Rosenstrauch sieht", sagte der Meister, "und nicht die eigene Vorstellung davon."

   
 26,4 km Miraz - Sobrado dos Monxes
   
 

Bericht zum Tag
Am Morgen ein kräftiges Frühstück - vor dem los gehen - das hat schon was. Das war heute der Fall. In der Herberge wurde vor dem Start gemeinsam gefrühstückt. Der Vorteil für die Herberge dabei war, dass wir um acht Uhr alle draußen sein mussten.

Die Tage vergehen gerade wie im Flug. Beim Start dieser Etappe hat es etwas angefangen zu nieseln. Ich ziehe daher den Poncho über den Rucksack. Wir sind die letzten die aufbrechen.  Wie abgemacht geht jeder sein eigenes Tempo. Sabine und ich vorneweg und Ronnie hinter uns her. Er kann sagen, er hat uns vor sich hergetrieben..

Wir durchqueren eine landschaftlich sehr schöne Heidelandschaft. Vor allem aber ist der Weg nicht so anstrengend. Wir überholen ein Zweierpärchen und etwas später bin ich alleine unterwegs. In meinem Tempo!

Wie schon gestern kann ich sagen, dass ich angekommen bin!

Verstehen kann das womöglich nur jemand, der selber schon auf dem Jakobsweg war. Für mich gehört dazu, mein Tempo, der Abstand, und Fotos machen. Beim fotografieren stellt sich dann auch ein Gefühl der Freude über die gemachten Fotos ein. Angekommen ist also: Fotos machen und meine eigene Geschwindigkeit gehen. Die ist schneller wie bei anderen. Und trotz der Schnelligkeit mache ich aber immer wieder Fotos. Manche werden sich wohl ähneln. Auf jeden Fall soll der Weg etwas nach verfolgt werden können. 

Irgendwann geht es auf der Strasse weiter. Den Unterschied merkt man total. Der Pilger mit Erfahrung versucht dann jeden Seitenstreifen mit Gras auszunutzen.

Das Wetter - kein Regen - ist gut geeignet. Ich überhole fünf Kilometer vor dem Ziel das junge spanische Pärchen. Damit habe ich alle eingeholt und überholt. Das ist aber nicht wichtig! Ich sehe dabei aber, dass ich mein eigenes Tempo gut halten kann. Kurz nach acht aufgebrochen, habe ich die 26,4 km kurz vor eines geschafft. Also ein guter Fünfer-Schnitt. Das geht aber natürlich nicht immer.

Die Füße sind gut und auch der Kopf ist gut!

In der Herberge - diesmal in einem Zisterzienserkloster - werde ich herzlich empfangen. Nach den normalen Dingen - Pilgerstempel, Duschen, Waschen kommt auch Sabine an. Wir sitzen wie die Eidechsen in die Sonne, die mittlerweile auch wieder da ist.

Gegen 19:00 Uhr mache ich eine Führung durch das Kloster mit. Dabei hänge ich mich an eine Reisegruppe, die mit dem Bus gekommen ist. Danach sind dann alle anderen Pilger verschwunden. Ups! Ich gehe einkaufen. Wurst, Käse, Brot, Cola und Seveca und heute mal auch zwei Snikers. Später stellt sich heraus, dass die anderen Pilger bei einer sehr schönen Gesangsmesse waren. Sie sind jetzt essen gegangen und ich schreibe auf. Ehrlich gesagt ist das nicht immer einfach. Aber wenn mal ein Tag vergessen (nicht aufgeschrieben) ist, wird es schon schwer den Tag nachzuholen (nachzuschreiben). Daher ist es mir wichtig, immer aktuell aufzuschreiben. Später sollen die Aufschriebe auch ins Netz. Der Weg soll mit Berichten und Fotos damit auch anderen eine Freude bereiten. Geändert wird rückwirkend dann nichts mehr.

Ronnie schlägt sich ebenfalls ganz toll. Er hat Schmerzen in den Beinen. Ich will ihn da echt loben! Er braucht manchmal etwas länger, aber er hat es bisher immer wieder geschafft.

Mir geht es gut!

 

  
  
   

09.10.2011

Sagte der Mönch: "Woher kommen diese Berge und Flüsse und die Erde und die Sterne?" Sagte der Meister: "Woher kommt deine Frage?" Blicke in dich!

Was lächelst Du, Gekreuzigter? Wie kannst Du noch lächeln? "Ich lächle, . . . weil ich Euch dennoch liebe."

Der Meister
"Kann ich selbst irgend etwas tun, um erleuchtet zu werden?" "Genau so wenig wie du dazu beitragen kannst, dass die Sonne morgens aufgeht." "Was nützen dann die geistigen Übungen, die ihr vorschreibt?" "Um sicherzugehen, dass du nicht schläfst, wenn die Sonne aufgeht."

   
 22,3 km Sobrado dos Monxes - Arzua
   

Gehmeditation im Zisterzienserkloster

Kurz nach sieben klingelt mein Handywecker. In der Herberge ist alles noch still. Schnell mache ich ihn aus, damit ich niemand störe. Ich stehe auf, gehe raus und mache eine Gehmeditation. Insgesamt acht mal im Kreis herum. Im Innenhof des Klosters. Alles ist ruhig! Viele Gedanken im Kopf. Auch im Kreis herum. Dabei denke ihc auch an die Zeit der Achtsamkeitsausbildung in Weyarn. Damals sind wir immer um einen kleinen Teich gelaufen. Irgendwie baut alles aufeinander auf. Auf jeden Fall haben wir die Runden im Zisterzienserkloster gut getan.

 Bericht zum Tag

Nach dem "fertig" machen brechen wir auf! Ronnie wieder etwas später. Das ist aber in Ordnung so! Wir begegnen anderen deutschen Pilgern. Bei einem hängt der Rucksack fast am Po. Ich würde da ziemliche Kreuzschmerzen bekommen . . . Was soll's - jedem das Seine.

Später in Arzua sind wir wieder vereint. Wir übernachten in derselben Herberge. Da habe ich schon zwei mal übernachtet. Ich weiß sogar noch das Bett in dem ich damals 2005 gelegen bin. Zeit ist doch relativ! Wie schon mal wo geschrieben, kann man zwar an denselben Ort kommen, aber es ist immer eine andere Zeit. Der Weg und die Etappe hat sich am Ende ziemlich gezogen. Wir sind auch aus einer anderen Richtung in die Stadt gekommen. Auch hat sich einiges verändert.

Schon am frühen Nachmittag ist die Herberge ausgebucht. Durch das Zusammentreffen von Camino Norde, Camino Primitivo und dem Camino France sind viele Pilger im Ort. Eine richtig bunte Mischung.

Am Abend geht es Pizza essen und ein Serveca. Der Schlaf danach war recht gut!

Schnarchzapfen

In der Herberge gibt es immer wieder die gar nicht so seltene Gattung der Schnarchzapfen. Bisher waren sie in allen Herbergen anzutreffen. Zunächst sind sie Schläfer, wie bei Terrorosten. Irgendwann dann in der Nacht schlagen sie zu.

Völlig unmotiviert, völlig unerwartet und immer wenn alles völlig still ist.  Manchmal fängt einer rechts hinten an. Dann kurz darauf aus dem zentralen Feld des Raumes. Dann wieder Stille! Alles gut? Nein! Jetzt kommt hinten links! Manchmal gelingt es den Schnarchzapfen eine Art Chor zu bilden. Gemeinsam ein "Lied" anzustimmen. Na ja, die Töne passen nicht immer. Mir gefällt das! Ich höre das gerne!

Vielleicht mache ich Klingeltöne fürs Handy daraus!                                                      Clefferle

Internet

Es hat ja lange gedauert. Endlich war ich heute mal im Netz. Keinerlei unerfreuliche Sachen. Vermutlich wäre ich im Mai auch erst hier in Arzua ins Internet gekommen. Ich beantworte einige Mails. Einige erst von daheim aus. Viele gehen übers Handy ins Internet. Ist schon interessant wie sich das alles entwickelt.

  
  
   

10.10.2011

Noch einmal: Spiritualität bedeutet nicht, zu wissen, was man braucht, sondern einzusehen, was man nicht braucht.

Was lächelst Du, Gekreuzigter? Wie kannst Du noch lächeln? "Ich lächle, . . . weil ich Euch dennoch liebe."

Der Meister
"Manche Menschen behaupten, es gäbe kein Leben nach dem Tod", sagte der Schüler. "Tun sie das?" fragte der Meister unverbindlich. "Wäre es nicht furchtbar zu sterben, ohne jemals wieder zu sehen, zu hören, zu lieben oder sich zu bewegen?" "Findest du das furchtbar?" erwiderte der Meister. "Das ist doch bei den meisten Menschen so, noch bevor sie gestorben sind!"

   
 19,9 km Arzua - Pedrouzo
   
 

Bericht zum Tag
 

Heute steht die Etappe nach Pedrozo an. Der Aufbruch heute in Arzua war sehr früh und vor allem recht vielfältig. Aus allen möglichen Gassen machen sich Pilger auf den Weg. Schnell war klar, dass wir nicht mehr auf dem Camino Norde  sondern auf dem Camino France unterwegs waren.

Noch mal - hier in Arzua kommt der Hauptweg - der französische Weg oder Camino France dazu. Auch der Camino Primitivo findet hier die Anbindung nach Santiago de Compostela. Vollkommen klar also, dass sich die Anzahl der Pilger vervielfacht hat. Ich schätze es sind jetzt fünf bis sechs mal so viele. Das besinnliche oder einsame Pilgern ist damit vorüber.

Erkennbar war das schon gestern. Dadurch dass die Herberge schon am Nachmittag voll war. Deutlicher wird es nun aber erst recht heute morgen beim Aufbruch. Für mich selber ist das auch eine ganz neue Erfahrung! Im Jahr 2005 war ich im November unterwegs. In dem Monat kamen gerade mal ca. 400 Pilger an. Im Jahr 2008 war es der April. Ich war damals viel im Regen unterwegs. Also auch viel, viel weniger Pilger.

Und heute beim Aufbruch kommen schon viele Pilger beim nahe gelegenen Cafe zusammen. Ein Sprachengewirr! Irgendwie faszinierend! Auf dem großen Platz mit Bäumen ein unglaubliches Vogelgezwitscher. Wie wenn die Vögel uns auf den Weg verabschieden. Ob das alle Pilger gehört haben weiß ich nicht. Ich habe es gehört und mich auch sehr darüber gefreut. Nach einem Cafe brechen wir auf! ! Ich bewege mich auf schon bekannten Wegen. Vieles erkenne ich gleich wieder. Raus aus Arzua wie damals 2005 und 2008. Es geht leicht runter. Die Häuser links. Alles ist mir noch bekannt. Viele Mitpilger sind heute aufgebrochen. Ich schätze so um die 200.

Heute habe ich auch erstmals meine Bandage für den Knöchel angezogen. Später sollte sich aber herausstellen, dass die Bandage ziemlich in den Fuß gedrückt hat. Für die letzten Etappen habe ich sie wieder weg gelassen.

Mit dem Wetter haben wir auch unheimliches Glück. Auch heute wieder blauer Himmel und Sonnenschein. Der Weg führt durch schöne Pinienwälder und gutem für die Füße erholsamen Bodenbelag. Irgendwo machen wir eine kurze Pause und genau zur Öffnung der Herberge sind wir in Pedrouzo. 

Zum Jahr 2005 hat sich die Herberge - gleich am Ortsanfang auf der linken Seite - sehr verändert. Sehr positiv verändert und entwickelt. Die gesamte Ortschaft Arzua hat sich mit Bars und Geschäften an der Hauptstrasse entlang verändert. Wie auf dem Pilgerstab eingeritzt

alles ist im Fluss. Alles verändert sich. Alles um mich herum. Ich selber!

Kaum in der Herberge, breche ich auf in die Bar aus dem Jahr 2008. Ins Internet, etwas essen und trinken.

Mir geht es rundherum gut!

 

 
   

 11.10.2011

Liebe ist keine Beziehung. Sie ist ein Zustand. Bist du im Zustand der Liebe? Lebst du die Liebe?

Was lächelst Du, Gekreuzigter? Wie kannst Du noch lächeln? "Ich lächle, . . . weil ich Euch dennoch liebe."

Der Meister
Ein junger Mann besuchte einen großen Sufi-Meister und sagte zu ihm: "Meister, mein Vertrauen in Gott ist so groß, dass ich es für überflüssig hielt, mein Kamel vor der Tür anzubinden. Ich überlasse es der göttlichen Vorsehung, Gott wird schon Sorge tragen." Der Meister gab zurück: "Geh sofort hinaus und binde dein Kamel fest, du Narr! Man muss Gott nicht mit Dingen belästigen, die man selbst erledigen kann."

   
 16,8 km Pedrouzo - Monte de Gozo
   
 

Bericht zum Tag
Wieder ist es eine kleinere Etappe. Schon am Start steht fest, dass wir noch mal in Monte de Gozo einen letzten Stopp einlegen werden. Wir werden die letzten vier / fünf Kilometer erst morgen machen.

Wir brechen so ziemlich als letzte in der vollen Herberge auf. Wir haben ja jede Menge Zeit. Ronnie findet in der Nähe seines Bettes einen schwarzen BH. Mhm, was das bedeuten könnte. Wir trennen uns nach verlassen des Städtchens, Ronnie ist alleine unterwegs und ich zu Beginn mit Sabine. Es geht in einen Wald. Dort an den Bäumen - ich habe Fotos davon gemacht - sind mehrere Bäume mit einem "R" gekennzeichnet.

Hat das was mit Ronnie und dem schwarzen BH zu tun?

Auch wenn eine Etappe kürzer ist, kann sie einem doch lang vorkommen. So war es auch diese mal. Irgendwann trennen wir uns und irgendwann sind wir wieder zusammen. Zusammen mit Sabine erreiche ich Monte. Es ist schon einiges los. An der kleinen Kapelle gibt es Getränke zu kaufen und wir versorgen uns auch gleich.

Wie im Jahr 2008 mache ich auch auf die mitgebrachten Zetteln einen Stempel aus dieser kleinen Kapelle. Heute Abend ist dort auch noch ein Gottesdienst. Da wollen wir hin gehen.

Als Ronnie auch eintrifft, geht es weiter zur Herberge. Wir haben ein 6er - Zimmer. Alles ist prima. Laufend kommen weitere Pilger an. Noch einmal Wäsche waschen. Morgen kommen wir ans Ziel . . . 

Mein Ergebnis

"Der göttliche Wille ordnet mein Leben - heute und jederzeit!"

Arzua 09.10.2011

Warum soll ich mir also um irgend etwas Sorgen oder Gedanken machen. Immer und immer wieder bekomme ich ein gleiches oder ähnliches Ergebnis.

Wie dieses Ergebnis zu mir gekommen ist - schon seltsam und komisch!

Am 3. Oktober hat Sabine vom zufällig getroffenen Radpilger - einem Österreicher - ein Buch zum lesen geschenkt bekommen. Sie solle es ihm zurückschicken oder gerne auch weiter verschenken.

Am 9. Oktober findet Sabine einige Aufzeichnungen (drei Blätter) im Buch. Da diese neutral geschrieben sind (ohne einen Namen) und ein Zusammenhang nicht hergestellt werden kann führe ich die Aufzeichnungen im folgenden auf.

Der zentrale Spruch für mich und alle meine weiteren Wege steht oben. Ich brauche jetzt und nie mehr nach einem Ergebnis suchen.

Die weiteren Blätter

1 * Die Wendung zum Guten *  Dreimal täglich das folgende Gebet

Mein Geist ist voller Frieden, Ausgeglichenheit und unerschütterlicher Sicherheit. Ich habe Teil an der Weisheit der Unendlichkeit. Ich fürchte nichts in Vergangenheit, Gegenwart und der Zukunft.

 

Die weiteren Blätter

1 * Die Wendung zum Guten *  Dreimal täglich das folgende Gebet

Mein Geist ist voller Frieden, Ausgeglichenheit und unerschütterlicher Sicherheit. Ich habe Teil an der Weisheit der Unendlichkeit. Ich fürchte nichts in Vergangenheit, Gegenwart und der Zukunft.

Die unendliche Weisheit meines Unterbewusstseins führt und leitet mich sicher aller Wege. Ich begegne von nun an jeder heiklen Lage mit Zuversicht, Ruhe, Unerschütterlichkeit und festem Vertrauen. Ich habe mich von meiner Sucht völlig befreit.  In mir herrschen Friede, Freiheit und Freude. Ich verzeihe mir selbst - und auch mir wird verziehen. Selbstbeherrschung und feste Zuversicht bestimmen von nun an mein Denken.

2 * Wie man das Glück erwählt *

Lernen sie noch heute, sich für das Glück zu entscheiden. Die Methode ist denkbar einfach. Sobald sie am Morgen die Augen öffnen, sagen sie zu sich:

"Der göttliche Wille ordnet mein Leben heute und jederzeit.

Alles wendet sich heute zu meinem Besten. Heute beginnt ein neuer und wunderbarer Tag, glücklicher als je ein Tag zuvor. Ich bin ein geistiger und seelsicher Magnet, der Glück und Segen an sich zieht. Alle meine heutigen Unternehmungen werden sich zu außerordentlichen Erfolgen entwickeln. Ich werde den ganzen Tag über uneingeschränkt glücklich sein."

Beginnen Sie jeden Tag auf diese Weise, dann werden Glück und Frohsinn sie begleiten.

3 * Schlafen Sie in Frieden ein und erwachen Sie in Frieden *

Wiederholen Sie vor dem Schlafen gehen ruhig und mit Gefühl:

Meine Zehen sind entspannt, meine Waden sind entspannt, meine Schenkel sind entspannt, meine Becken- und Gesäßmuskeln sind entspannt. Meine Bauchmuskulatur ist entspannt, mein Herz und meine Lunge ist entspannt, mein Gehirn ist entspannt, mein Gesicht ist entspannt, meine Augen sind entspannt, mein ganzer Körper und mein ganzer Geist ist entspannt.

Willig und gern vergebe ich allen alles und wünsche jedem Menschen aus ganzem Herzen Harmonie, Gesundheit, Frieden und alle Segnungen des Lebens. Ich bin in Frieden mit mir und der Welt, ich bin voll klarer und innerer Ruhe. Ich befinde mich in Sicherheit und Frieden. Eine große Stille überkommt mich, und eine tiefe Beruhigung erfüllt meine Seele, denn ich fühle die Nähe Gottes. Meine Gedanken sind von Liebe erfüllt und schenken mir Heilung. Ich hülle mich in den Mantel der Liebe und schlafe von guten Willens ein. Mein Friede bleibt ungestört in der Nacht hindurch, und am nächsten Morgen erwache ich voll Freude am Leben und voller Liebe. Rings um mich hat die Liebe einen schützenden Wall errichtet.

Zwei Interviews in Monte de Gozo

 

von Clefferle mit Ronnie     

   
01. Frage Lieber Ronnie, wir sind jetzt in Monte de Gozo. Morgen geht es nach Santiago de Compostela. Wie geht es Dir?  

Antwort

Mir geht es soweit gut. Bin etwas müde. Aber sonst bin ich zufrieden, dass ich auch heute wieder gelaufen bin, trotz Schwierigkeiten mit den Beinen.
   
02. Frage Was hat Dir der Weg gezeigt? Kannst Du Deine schönsten Erlebnisse sagen? 

Antwort

Der Weg hat mir gezeigt, dass die Menschen die ihn gehen ein gemeinsames Ziel verfolgen und daher immer eine herzliche Gemeinschaft entstanden ist. Er hat mir auch gezeigt, dass man auch wie im Leben auf Schwierigkeiten stoßt und es wie im Leben bergauf und bergab geht.
   
03. Frage Mit auf den Weg sind vielleicht Erwartungen gekommen. Konnten sich diese für Dich erfüllen?

Antwort

Teils - teils. Die gesundheitlichen Probleme konnte ich nicht ganz lösen, so wie manche persönliche Dinge.   
   
04. Frage Du weißt, dass das Wichtigste das "Los gehen" ist Du hast also schon gewonnen, als Du in den Flieger gestiegen bist. Magst Du dazu etwas sagen?

Antwort

Ich bin stolz darauf, es gemacht zu haben und es auch zu Ende gebracht zu haben. 
   
05. Frage Ich weiß, Du hast es mit dem Herzen. Wie steht es damit? 

Antwort

Ich konnte alle Steigungen problemlos meistern. Habe jedoch in letzter Zeit immer mal wieder Herzstolperer, die es weiter zu beobachten gilt. Mein Problem mit meinen Herzmedis habe ich noch nicht im Griff. Aber ich fühle mich sicherer.
   
06. Frage Was ist mit Deinen Herzensangelegenheiten?

Antwort

Wie der Camino nie abgeschlossen ist, sind auch Herzensangelegenheiten nie abgeschlossen.
   
07. Frage Als Mensch mit Ängsten - was ich nicht schlimm finde - wie ist es Dir damit ergangen?

Antwort

Zweimal hatte ich Probleme! 1 x die Brücke und 1 x ein Tunnel die ich nicht alleine meistern konnte. Doch ich werde daran weiter arbeiten.
   
08. Frage Morgen bist Du in Santiago de Compostela. Du wirst also ankommen.  Jetzt beginnt aber wieder der Weg - in Santiago de Compostela. Was nimmst Du für Dich mit?

Antwort

Dass ich alleine viele Situationen meistern kann. Dass das alleine gehen meine wertvollste Erfahrung war und dass ich auch im Leben immer den Weg der vor mir liegt mit all seinen Problemen zu meistern versuche.
   
09. Frage Ich denke, Du hast alles ganz toll gemacht! Wie denkst Du darüber?

Antwort

Ja, da stimme ich zu!
   
10. Frage Kommst Du wieder auf den Camino

Antwort

Ja, das habe ich vor!
 

 11.10.2011 Monte de Gozo

- * -

 

von Clefferle mit Sabine     

   
01. Frage Lieber Sabine, wir sind jetzt in Monte de Gozo. Morgen geht es nach Santiago de Compostela. Wie geht es Dir?  

Antwort

Ich bin vollgefressen. Mir geht es gut. Ich fühle mich innerlich ruhig und ausgeglichen.
   
02. Frage Was hat Dir der Weg gezeigt? Kannst Du Deine schönsten Erlebnisse sagen? 

Antwort

Der Weg hat mich in Einklang mit mir selber gebracht. Besonders auch das alleine Pilgern in der Natur. Aber auch die Gespräche mit Ronnie und Günter und die abendliche Gemeinschaft.
   
03. Frage Mit auf den Weg sind vielleicht Erwartungen gekommen. Konnten sich diese für Dich erfüllen?

Antwort

Ja! Ich habe loslassen gelernt und spüre Frieden in meinem Herzen. Ich habe zu vielen Sachen Abstand gewonnen, die mich vorher belastet haben.
   
04. Frage Du weißt, dass das Wichtigste das "Los gehen" ist Du hast also schon gewonnen, als Du in den Flieger gestiegen bist. Magst Du dazu etwas sagen?

Antwort

Für mich stand schon im Dezember 2010 fest, dass ich im Oktober pilgere. Ich habe mich also schon viel früher dazu entschieden.
   
05. Frage Hat der Camino Dir für Deine Psyche geholfen oder hat er Dich weiter gebracht? 

Antwort

Ja, er hat mir geholfen und mich weiter gebracht. Der Camino kam für mich gerade zur richtigen Zeit um manche Dinge zu verarbeiten.
   
06. Frage Was ist mit Deinen Herzensangelegenheiten?

Antwort

Ich sehe alles gelassener und will nichts mehr erzwingen. Ich werde das dankbar annehmen, was auf mich zukommt.
   
07. Frage Du machst Dir über viele Dinge einen Kopf. Konntest Du da auf dem Camino etwas für Dich lernen?

Antwort

Die Kunst der Geduld und Dinge so hin zu nehmen wie sie sind ohne sie ständig zu bewerten. Ich bin und fühle mich innerlich freier.
   
08. Frage Morgen bist Du in Santiago de Compostela. Du wirst also ankommen.  Jetzt beginnt aber wieder der Weg - in Santiago de Compostela. Was nimmst Du für Dich mit?

Antwort

Ich möchte versuchen, was ich auf dem Camino gelernt habe - innere Ruhe, Abstand haben, dadurch einen anderen Blickwinkel auf belastende Situationen in meinen Alltag mitnehmen und werde versuchen das umzusetzen. Ich habe auch ein klein wenig Bammel in alte Verhaltensmuster zurück zu fallen. Dann denke ich an den Camino zurück und das gibt mir Kraft, dass sich alles zum Guten wendet.
   
09. Frage Ich denke, Du hast alles ganz toll gemacht! Wie denkst Du darüber?

Antwort

Ich denke genau so!
   
10. Frage Kommst Du wieder auf den Camino

Antwort

Ja!
 

 11.10.2011 Monte de Gozo

- * -

 

 
   

12.10.2011

Je mehr du die anderen liebst, desto besser kommst du ohne sie aus. Je mehr du die anderen liebst, desto besser kommst du mit ihnen aus.

Was lächelst Du, Gekreuzigter? Wie kannst Du noch lächeln? "Ich lächle, . . . weil ich Euch dennoch liebe."

Der Meister
Der Meister ging die Straße entlang, als ein Mann aus einem Hauseingang stürzte, so dass beide heftig zusammenprallten. Der Mann war außer sich. Er tobte und warf mit beleidigenden Worten um sich. Der Meister machte eine kleine Verbeugung, lächelte freundlich und sagte: "Mein Freund, ich weiß nicht, wer von uns beiden an diesem Zusammenstoß schuld ist, doch bin ich nicht geneigt, Zeit zu vertun, um dies herauszufinden. Sollte ich an Sie gerannt sein, bitte ich um Entschuldigung; sollten Sie an mich gerannt sein, so können Sie es vergessen." Nach erneutem Lächeln und kurzer Verbeugung ging er weiter.

   
 5 km Monte de Gozo - Santiago de Compostela
   
 

Bericht zum Tag
Vorher (05:30 Uhr) ist die Nacht vorbei. Ich muss auf die Toilette und kann dann nicht mehr schlafen.

Eine SMS von meiner Tochter Katrin ist da. Ich antworte um 05:45 Uhr.

Irgendwie muss ich aufpassen. Wehmut und Traurigkeit kommt auf. Irgendwie muss ich aufpassen. Ich bin noch lange nicht über den Berg. Die Psyche kann schnell auf die andere Seite kippen.

09:00 Uhr - noch Monte de Gozo

Ich glaube ich bin der einzige Pilger, der heute nicht gerne in Santiago ankommt!

Beim Frühstück nehme ich zum ersten Mal die Rescuee -Kügelchen ein, die ich dabei habe. Ich merke wie ich mich immer mehr innerlich zurück ziehe. Freude über das Ankommen empfinde ich dieses Mal nicht. Mein Handy lasse ich heute bis zum Mittag aus. Am Ende des Tages habe ich mit niemandem telefoniert oder gesprochen (Ausnahme natürlich Ronnie und Sabine).

Keine Freude * kein Ankommen * Nichts! * Soll ich weiter gehen? Wohin?

Einmarsch und Kathedrale. Heute werden wir ankommen und wir lassen uns bewusst Zeit. Die Räume der Herberge in Monte de Gozo haben sich ziemlich geleert. Es sind nicht mehr viele Pilger da. Wir brechen nach einem Cafe auf und nehmen die letzten vier Kilometer in Angriff. Die Sonne scheint und trotzdem haben wir irgendwie Freude aber auch Trauer in uns. Wir lassen uns bewusst auch mehr Zeit auf dem Weg. Auch dieses Mal gilt - immer der Muschel nach! Mir kommt alles sehr bekannt oder noch bekannt vor.

Dann sehen wir die Kathedrale, der Dudelsackspieler ist da, es geht die Treppe der Kathedrale hoch. Ich zeige wo ich 2005 den Cent gefunden habe.

Wir haben es geschafft!

Hier endet und beginnt der Weg.

Im Pilgerbüro erfahren wir, dass um 12:00 Uhr eine Messe ist. Wir gehen erneut in die Kathedrale. Diese füllt sich bis 12:00 Uhr und die Messe beginnt. Viele Pilger, aber auch viele andere Menschen sind da. Die Sängerin hat auch wie im Jahr 2008, eine sehr schöne Stimme. Von der Messe verstehen wir nicht viel. Das Wort Peregrino kommt aber einige Male vor. Wie schon bei den letzten Besuchen mache ich viele Fotos. Jedoch weniger wie sonst! Vom schwenken des Weihrauchkessels mache ich einen kleinen Film.

Während des Gottesdienstes kommen viele Erinnerungen vom Weg. Natürlich auch sonst viele Gedanken. Das ist aber bestimmt bei allen Anwesenden so.

Pilgerurkunde und 2 Cent

Vorhin auf der Treppe hoch zur Kathedrale hatte ich es noch gesagt: "Da habe ich damals den Cent gefunden!" Dieses mal leider nicht. Von der Kathedrale aus gehen wir zum Pilgerbüro. Dort ist schon eine kleine Schlange die Treppe hoch. Wir sind aber gerade rechtzeitig gekommen und stellen uns auch in die Reihe.

Der Moment für die Compostela ist gekommen. Auf der Treppe - am Rand - liegt etwas. Ich nehme den Pilgerstab und bewege das Stückchen. Ich bücke mich, und, unglaublich ich finde auf der Treppe zum Pilgerbüro ein 2 Cent Stück. Damit habe ich auf dem Camino 2011 drei mal Geld gefunden. 20 Cent in einer Stadt; 1 Cent auf dem Weg irgendwo in der Pampa und diese 2 Cent auf der Treppe zum Pilgerbüro.

Dabei ist Geld für mich gar nicht wichtig!?!?

Traurig und Absturz

Es war absehbar! Es hatte sich schon am Morgen abgezeichnet. Ich bin den ganzen Tag schon traurig. Weniger weil ich in Santiago de Compostela bin. Eher weil jetzt viele Dinge wieder präsenter werden.

Heute sage ich auch zu Sabine und Ronnie, dass ich nicht weiß, ob ich mit heim fliegen werde. Ich kann es nicht sagen!

Der Absturz wird von den mehreren Serveca noch verstärkt. In der Bar in der wir bis um halb Eins sitzen, muss ich auch manchmal aufs WC um dort unbemerkt zu weinen.

Wir werden sehen . . .

 
   

13.10.2011

Sogar die Sehnsucht nach Freiheit ist eine Fessel. Niemand ist wirklich frei, der sich um seine Freiheit sorgt. Nur die Zufriedenen sind frei.

Was lächelst Du, Gekreuzigter? Wie kannst Du noch lächeln? "Ich lächle, . . . weil ich Euch dennoch liebe."

Der Meister
Der Meister konnte sehr kritisch sein, wenn er glaubte, dass Kritik angebracht war. Doch zum Erstaunen aller nahm ihm niemand seine Rügen übel. Als er einmal darauf angesprochen wurde, sagte er: "Es hängt davon ab, wie man es macht. Menschliche Wesen sind Blüten: offen und empfänglich für sanft fallenden Tau, verschlossen für kräftigen Regen."

   
 0 km Santiago de Compostela
   
 

Bericht zum Tag

Der letzte Tag und Heimflug

Noch einmal in die Kathedrale. Ich war ja schon mehrfach in der Kathedrale von Santiago de Compostela. Heute gehe ich mit Sabine noch einmal hin. Es sind viele Menschen da. Sabine würde gerne auch Jakobus die Hände auf die Schultern legen. Dort ist aber eine unglaublich lange Schlange. Ehrlich gesagt kann für mich das nicht recht nachvollziehen. Ich selber habe darauf auch noch nie Wert gelegt.

Im stillen Raum. . .               . . . bin ich später gesessen. Eben in dem Raum, in dem ich 2005 schon gesessen bin. In Gedanken versunken sitze ich da. Auf einmal eine sehr schöne Stimme die gesungen hat Auch noch auf deutsch. Eine Art Segen für die Pilger. Völlig unerwartet und ich muss noch mal sagen, sehr schön! Da kommen einem schon mal die Tränen.

Engel, Fotos und der Bettler * Ich habe viele Zettel und den Engel von Elisabeth mit nach Santiago genommen. An einer bestimmten Stelle mache ich Fotos davon. Vorne Zettel und Engel und im Hintergrund die Kathedrale.

Gerade als ich beginnen möchte kommt ein Bettler. Er kann wirklich kaum laufen und gehört auch, so glaube ich, nicht zum organisierten Betteln. Erst weise ich ihn ab. Dann denke ich: Du kannst keinen Engel fotografieren und einen Bettler abweisen. Ich rufe ihm nach und gebe ihm einiges Kleingeld. Dann fange ich an meine Fotos zu machen.

     Die gelbe 1  

Am letzten Tag in Santiago de Compostela war ich in verschiedenen Geschäften. Beim ersten Geschäft hatte ich eine Katana gesehen: Heute will ich mal schauen, wie viel es kostet. 135 Euro! Der Inhaber würde auf 130 Euro nachlassen. Das ist mir aber zu viel. Ich lasse es bis 14:00 Uhr zurücklegen. Es steht aber fast schon fest, es ist mir zu teuer. Ich werde also darauf verzichten.

In einem anderen Geschäft sehe ich einen schwarzen  Aschenbecher in Form einer Billardkugel mit einer 8 vorne drauf. Ich schaue mal rein und fotografiere ein kleines Billardspiel.

Wieder in einem anderen Geschäft schaue ich noch einmal nach Katanas. Sie haben dort ein kurzes Katana in rot, welches mir sehr gut gefällt. Es ist auch vom Preis in Ordnung und ich beschließe es zu kaufen. Da sehe ich noch einen Anhänger in Form einer kleinen gelben Billardkugel mit einer 1 drauf. Ich frage nach einer Billardkugel mit einer 8 darauf. Haben sie nicht! Zum Glück! Ich beschließe die gelbe 1 zu kaufen.

Jetzt habe ich die schwarze 8 mit der gelben 1 getauscht! Gesucht habe ich nicht danach!

Von Sabine
   
  " Der Weg nach Santiago - wie das gesamte Leben - und er der uns trägt - ist eine wunderbare Erfahrung. Er hat kein Ende, weil du spürst und ganz klar erkennst, dass du weiter auf dem Weg bist als nur bis Santiago.

Du bist auf dem Weg, zu den anderen, zu deinem eigenen Inneren, zu Gott. Und das wird sich nur erfüllen, wenn das Leben, dessen wir uns jeden Tag erfreuen, uns vollendet."

aus dem Merkblatt des Pilgerbüros in Santiago de Compostela

Fug nach Palma - verpeilt

Lavacolla - Palma: Irgendwie haben wir etwas nicht richtig mitbekommen oder falsch verstanden. Wir sind nach der Gepäckaufgabe noch gemütlich hingesessen und dann für uns rechtzeitig und vor allem gemütlich zum Abflug - Gate geschlendert.

Dort herrschte schon Aufregung. Passagiere waren kein mehr da. Diese waren nämlich schon an Bord des Fliegers. Wir waren auch schon zwei mal aufgerufen worden. Gehört haben wir das aber nicht. Wir kommen also als letzte an Bord. Schön im Mittelgang zu unseren Plätzen. Die anderen Passagiere schauen. Ronnie meint: "So schnell ist das ja noch nie gegangen! Kaum an Bord starten wir schon!"

Der Blinde

Palma - Stuttgart: Diesmal waren wir überrechtzeitig am Abflug - Gate. Komischerweise ist es immer das Gleiche. Beim Aufruf stehen alle Passagiere auf und stehen dann in der Schlange bis sie in den Flieger können.

Wir sind erst einmal sitzen geblieben. Dann eine für mich sehr gute Erfahrung. Ich bitte Sabine, sie solle mich als Blinden an Bord bringen.

Ich schließe die Augen, Sabine hält meine Hand. Einmal drücken bedeutet: weiter. Zweimal drücken bedeutet: Stopp. Die Augen blieben geschlossen bis ich am Platz 10 A gesessen bin. Die Leute haben wohl schon ein wenig geschaut. Zum Glück hat Sabine im Flieger nicht gefragt, ob ich auch etwas zu lesen möchte.

   

 

 

Stille bedeutet, Worte und Gedanken hinter sich zu lassen. Was ist falsch an Wörtern und Gedanken?
Sie schränken ein.

Der Meister
Ein Guru fragt seine Schüler, wie sie das Ende der Nacht vom Beginn des Tages unterscheiden könnten. Einer sagte: "Wenn man in der Entfernung ein Tier sieht und erkennt, ob es eine Kuh oder ein Pferd ist."
"Nein", sagte der Guru.
"Wenn man in der Entfernung einen Baum sieht und erkennt, ob es ein Paternosterbaum oder eine Mango ist."
"Wieder falsch?" sagte der Guru.
"Also, wie dann? fragten die Schüler.
"Wenn man in das Gesicht eines Mannes blickt und darin seinen Bruder erkennt; wenn man in das Gesicht einer Frau blickt und in ihr seine Schwester erkennt. Wer dazu nicht fähig ist, für den ist - wo immer die Sonne auch stehen mag - Nacht."

FIN
   
   
     

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