Jakobsweg - Camino Norde ab Asturias          

   
   

 

   
   

vom 27.09. - 13.10.2011

   
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Clefferle

 

 

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Alle Interviews siehe unter > Clefferle < auf der Hauptseite

 15. 10. 2011

 von Clefferle (C)

Thema: INSIDER vom Jakobsweg                          . . . und dann war da noch . . .

"Sagt nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt! Hier stehen von den drei Pilgern einige Begebenheiten, die sonst wohl nie bekannt geworden wäre, wenn ich diese nicht aufgedeckt hätte!"

R = Ronnie * * * S = Sabine * * * G = Günter oder Günsch, wie er auch genannt wurde.

R

"Die Spanier können nicht einmal ihre eigene Sprache! Sie verstehen nicht einmal mein spanisch!"

   
G

Der einen Teppich (ist bissele überrieben) in einer Herberge "gefunden" hat und über 250 km mitgetragen hat. Sich sonst aber immer über das zusätzliche Essensgewicht bei den anderen "beschwert" hat.

   
S

Die Trägerin der Bodylotion. So gut eingecremt war der ganze Körper in den letzten Jahren bestimmt nicht. Die Pulle hatte 500 ml. Ronnie und Günter weigerten sich standhaft sich damit einzucremen. Sie machen das von innen mit Serveca.

   
R

Ronnie konnte die ganze Herberge aufmischen. Dazu musste er nur seine Füße mit Antenne 1 einreiben. (Der Name ist anders - Füße einreiben wegen Schmerzen.

   
S Sabine, die während des Weges immer aufmüpfiger wurde und sich völlig unverständlich weigerte den Rucksack von Ronnie oder Günter zu tragen!
   
G Günter der einmal im Wald verschwinden musste und dort sein gesamtes 00-Papier auf einmal verbrauchte. In der Zeit hat ihn ein älteres spanisches Ehepaar überholt.
   
S Sabine mit ihrem Pilgerstab. Sie war aber doch ein wenig faul beim schnitzen!
   
R

 

Ronnie auf der Etappe von Pedrouzo nach Monte de Gozzo als wir (Sabine und ich) "R" vermutlich für Ronnie an den Bäumen sahen.

Ronnie hat beim verlassen der Herberge am gleichen Morgen einen schwarzen BH gefunden. Ts, ts, ts!  

   
G

 

Günter der bei einer Nachtetappe über ca. 20 km von der Polizei mit Blaulicht auf der Nationalstrasse gestoppt wurde. Na ja, vor dem Aufbruch hatte er 6 - in Worten sechs - Serveca getrunken. Er wurde dann von der Guadria Civil zur Herberge gefahren und musste dann vor der Herberge auf einer Bank schlafen, weil sie geschlossen war!
   
C Der Abflugtag der drei wird wohl in Spanien zu einem neuen Nationalfeiertag erklärt.

 15. 10. 2011  

als  

von Clefferle (C)

Thema: Der ultimative KLOINKER - Witz

Ich hätte den sooooooooooooooo gerne schon unterwegs gehört!

Nun stell ich ihn nach Rückfrage beim Mitpilger Ronnie nachträglich ein. Aber aufgepasst der KLOINKER - Witz ist ein klein wenig länger wie ein normaler Witz.

Teil 1

15.10.2011
Konrad Pfitzenmaier, auch „Pfitze" genannt, ein Mann, der alles verloren hatte und arm geworden war, wurde zum Clochard und hatte sein Domizil unter der Rosensteinbrücke in Bad Cannstatt. Eines Nachts nach einer Flasche Lambrusco und einer Schachtel Reval, saß er einsam an seinem Feuer, das er in einer verrosteten Mülltonne entfacht hatte und dachte über sein Leben nach:
„Es muss etwas geschehen, ich will gerne wieder ein normales Dasein führen und eventuell auch eine Arbeit finden!“ Weinend legte er sich ziemlich angetrunken in seinen provisorischen Schlafsack, der aus alten Decken und Zeitungspapier zusammengeflickt war. Er schlief weinend mit den Gedanken an ein neues besseres Leben ein.

Als ihn das Morgenlicht langsam aus dem Schlaf holte, lief er vor zum Neckarufer um sich etwas frisch zu machen. Dabei sah er eine Zeitung im Wasser schwimmen. Mit seinem Pilgerstab aus Haselnussholz, den er vor zig Jahren auf dem Jakobsweg von Oviedo nach Santiago de Compostella mit dabei hatte, der mit selbst geschnitzten Zeichen überhäuft war und der ihn ständig begleitete, fischte er die Zeitung aus dem Wasser. Schnell trocknete er diese an seinem noch schwach glühenden Feuer.

Auf der letzten Seite fand er eine kleine Anzeige im unteren rechten Eck:

KLOINKER gesucht!

Ein Job, der ihnen hilft, wieder auf die Beine zu kommen und sehr einfach zu erlernen ist, auch geeignet für Leute, die keine Ausbildung haben oder zum Beispiel auch Obdachlose!

Mit brummendem Schädel, auf dessen angebrochene Nase die kaputte Brille saß, die nur noch ein Glas hatte, das gesprungen war, las Pfitze dies und sein Herz pochte stark in seinem Brustkorb: Das ist meine Chance! Das will ich versuchen!

Teil 2

26.10.2011
Pfitze riss die Anzeige aus der Zeitung und schob sie in seine von Löchern übersäte Hosentasche, in der noch ein Fläschchen Jägermeister war!

Er ging noch mal ans Wasser und betrachtete sein Spiegelbild, das auf dem Wasser von kleinen Wellen bewegt wurde und somit verschwommen wirkte.

Da sagte zu sich: „Bevor ich mich um die Stelle bewerbe muss ich erst versuchen, meine Ängste und Depressionen besser in den Griff zu bekommen, sonst schaffe ich das nicht! Ich muss auch aufhören zu trinken, sonst wird das nichts und geht in die Hose!"

Wie bekomme ich das nur alles in den Griff?

Plötzlich fiel sein Blick auf seinen Pilgerstab, der fahl in der Morgensonne schimmerte und an den er sich verkrampft klammerte.

Plötzlich durchfuhr ihn ein eigenartiges Gefühl und sein Herz begann zu rasen!

„ICH MUSS WIEDER HINAUS AUF DEN CAMINO, ICH MUSS NACH SANTIAGO, DAS IST DER WEG FÜR MICH!!!!! ICH MUSS ZUR KATHEDRALE, ES GIBT KEINEN ANDEREN WEG, DER MICH GESUND WERDEN LÄSST!"

Der Alkohol und die daraus entstandenen Depressionen und Ängste hatten das alles zugedeckt, doch nun kam das alles plötzlich über ihn!

Aber: Wie bezahle ich den Flug und bekomme das nötige Kleingeld zusammen für meine Pilgerreise nach Spanien?

Da fiel ihm ein, dass er vor seiner ersten Pilgertour, die Jahre zurück lag, bei seinem ehemaligen Kumpel Günter Schallenmüller, auch „Günsch" genannt, im Garten Äpfel aufgelesen hatte und dafür einen kleinen Obolus an Geld und immer ein gutes Vesper bekam! Mann, das ist es, ich muss Günsch finden, ob der wohl noch in Schorndorf lebt?

Es ist ja so lange her!

Mit zitternden Händen und wackeligen Beinen machte er sich auf den Weg zur nächsten Post und schaute dort in den Telefonbüchern nach!

Mit knurrendem Magen und einer kaum beschreiblichen Alkoholfahne betrat er das Postgebäude am Cannstatter Bahnhof und blätterte in den Telefonbüchern. Dann nach ca. einer Stunde mühseligen Suchens:

„Da! Da ist es! Das ist Günsch! Da steht seine Nummer!“

Mein Gott ich danke dir von ganzem Herzen! Er wohnt noch in Schorndorf! Mit Tränen in den Augen lief er schwankend zur Telefonzelle. Er stöberte in seiner Tasche und bemerkte, dass er keinen einzigen Cent mehr hatte!
So ein Mist, was mache ich jetzt! Verzweifelt und das Haupt nach unten geneigt, lies er sich an einer Wand zu Boden und setzte sich hin und seufzte bitterlich:
Warum immer ich, ich habe kein Glück im Leben. Er faltete die Hände und betete leise: Lieber Gott, bitte lass alles gut werden und erbarme dich meiner. Bitte hilf mir, aus meiner misslichen Lage heraus zu kommen, ich will auch alles dafür tun, wieder auf die Beine zu kommen!
Müde und überdrüssig seines missratenen Lebens schlief er ein, nachdem er aus Verzweiflung noch einen Schluck Jägermeister genommen hatte! Plötzlich sagte jemand leise: He Pfitze, bist du das? Keine Reaktion.

Die Stimme wurde lauter und wiederholte die Frage: Hallo Pfitze, wach auf! Ich bin es!!!

Teil 3

04.11.2011

Pfitze wurde langsam wach, nachdem der Unbekannte ihn mehrmals schüttelte und öffnete seine müden Augenlieder.

Er schaute ganz abwesend in ein Gesicht, und aus dem zuerst misstrauischen und ängstlichen Blick entstand plötzliche ein zartes Lächeln und er sagte: „Ronnie, bist du das? Ja, du bist es, es gibt keinen Zweifel!“

Dann rief er voll Freude: „RONNIE, das gibt es ja wohl nicht!“

Ronnie reichte mit Tränen in den Augen Pfitze die Hand und sagte: „Ja, Pfitze, ich bin es!“ Beide fielen sich in die Arme und drückten sich herzlich!  Sie lernten sich vor Jahren in einer Selbsthilfegruppe für Leute mit Depressionen und Ängsten kennen, denn Ronnie ging es früher auch mal sehr schlecht! Er hatte fast alles verloren und hatte eine schlimme Zeit hinter sich, doch er hatte es wieder auf die Beine geschafft! Daher kannte er Pfitze, der auch in diese Gruppe ging!

"Mann, was machst du denn hier?" fragte Ronnie, „wie siehst du denn aus, was ist denn nur passiert mit dir?"

Pfitze erzählte ihm in Kurzform von seinem Schicksal, dass seine Firma pleite gegangen war, ihn seine Frau verlies und dass er dann total abstürzte!

Das konnte Ronnie gut nachvollziehen und er sagte zu Pfitze: Komm erstmal mit zu mir, ich ohne ganz in der Nähe, ich koch uns was schönes, wir essen gemeinsam und dann können wir so richtig quatschen und du kannst mir alles in Ruhe erzählen und außerdem: „Erstmal wird gebadet und rasieren kannst du dich auch bei mir. Und natürlich bist du bis auf weiteres mein Gast und kannst bei mir ne Weile wohnen und schlafen! So lasse ich dir hier nicht zurück!

Pfitze konnte das erst gar nicht glauben und Tränen liefen ihm über seine schmutzigen Wangen! „Das ist wie ein Wunder, es gibt doch noch Menschen mit einem guten Herzen!"
Ronnie hob Pfitze vom Boden auf und führte ihn langsam zum Bahnhofsausgang: "Dort drüben steht mein Auto!"
Pfitze sagte mit einem kleinen Lächeln im Gesicht:  „Was, du hast immer noch dies alte Mühle von Golf?“

„Ja, klar, der fährt noch einwandfrei!“, lachte Ronnie und sagte: „Los lass uns gehen."
Pfitze stieg ein und sagte zögernd: „Ist das ein Traum oder habe ich wieder mal zu viel getrunken?"

„Nein, das ist die Realität", sagte Ronnie lachend und fuhr los! Pfitze weinte vor Freude: „Dass ich das noch erleben darf, lieber Gott, ich danke dir dafür!!! He Ronnie ich muss aber erst noch zu mir nach Hause unter die Rosensteinbrücke! Ich muss noch die Türe abschließen und ein paar Sachen holen!!"

„Ok!“, lachte Ronnie, „na dann mal los!“

Teil 4

18.11.2011

Unterwegs erzählte Pfitze unter anderem, dass er „GÜNSCH“, den auch Ronnie kannte, versucht habe, anzurufen, und dass er aber kein Geld mehr hatte und auch seine Pläne mit dem Jakobsweg!

Außerdem seine Absicht mit dem "KLOINKER" -JOB, aber dazu später mehr!

„Das ist kein Problem, ich habe die Nummer von Günsch bei mir zuhause in meinem Adressbuch, man weiß ja nie, was kommt!“, sagte Ronnie erfreut und fügte hinzu: "Mensch, das ist ja lustig, ich spiele gerade auch mit dem Gedanken, mal wieder zu pilgern!"

Beide lachten und kamen bei der Rosensteinbrücke an! Ronnie begleitete Pfitze in seine „Wohnung“ und wollte Pfitze etwas erheitern: „Mann, das ist aber schön hier und fließendes Wasser hast du ja auch und ne Heizung!“

„Na ja“, lachte Pfitze, „so wie es ja aussieht, ziehe ich ja nun hier vorübergehend aus, obwohl ich schon meine Miete überweisen habe!“

„Na dann pack mal deine sieben Sachen und wir fahren zu mir nach Fellbach!"

Pfitze warf seine Sachen in den Kofferraum und stieg ein: „Ich freue mich so sehr, dass du mich mitnimmst, ich kann es immer noch nicht fassen!“

Ja, manchmal spielt das Leben schon verrückt, aber freu dich, bis wir da sind und du dich mal richtig vollstopfen kannst mit Essen und auf die Badewanne!

Zu Hause bei Ronnie angekommen, sagte Pfitze: „Ach Ronnie, bei dir ist es aber gemütlich und sauber, so sauber war’s in meiner Wohnung unter der Brücke nicht immer, aber ich hatte ja auch ich keinen Staubsauger!" und lachte dabei.

Ronnie lachte: „Ja, ab und zu räum ich mal auf, wenn ich den ganzen Mist nicht mehr sehen kann, aber nun setzt dich erstmal hin und ich bringe Dir eine schönen heißen Tee!“

"Pfui Spinne", sagte Pfitze, „ein Bier wäre mir lieber" und lachte dabei.

„Das würde dir so passen, die Zeiten Sind jetzt erstmal vorbei, Du hast mir ja von deinen Plänen erzählt und dass du damit aufhören willst, also heute fangen wir damit an, aufzuhören!" und lachte.

Pfitze konnte alles nicht glauben und begann, seine schmutzigen Sachen auszuziehen.

 

Fortsetzung folgt!

„Ach ja, bevor ich es vergesse, der KLOINKER - Witz hat einige Fortsetzungen . . . !“

Clefferle

25. 09. 2011
   

als  

von Clefferle (C) mit Günter (G)

Thema: Das Karma - Tarot

Es wurde heute von Günter im Internet geschaut. Nicht dass er daran glaubt, aber es sind halt auch Möglichkeiten. Er wird auf dem Weg auch darüber nachdenken!

Ob das so stimmt, so eintritt - das wird die Zukunft zeigen.

   
23. 09. 2011
   

als  

Interview 33 von Clefferle (C) mit Günter (G)

Thema: Jakobsweg - die Zweite

F C
Heute haben wir mal wieder ein richtig gutes Thema. Oder was meinst Du?
A G
Ich denke mal ja! Bin mir aber doch nicht ganz sicher.
F C
Warum?
Es war doch immer ganz toll auf dem Jakobsweg. Ich war ja auch immer mit dabei! Was soll da jetzt anders sein?
A G
Stimmt schon! Es war immer prima! Schon damals 2005 als alles angefangen hat. Dann im Jahr 2008 mit der Rückkehr nach Santiago de Compostela und auch auf dem Weg von Flensburg - Konstanz. Dieses Mal werden aber viele Erinnerungen mit dabei sein.
F C
Aber das ist doch schön so!
A G
Ich weiß nicht! Es hat sich in den vergangenen Jahren vieles getan. Ich wollte ja auch schon im Mai gehen und habe noch am Flughafen umgedreht. Stell Dir vor, wir waren schon am Flughafen und anstatt zum Gate für den Abflug zu fahren, habe bin ich eine schärfere Kurve gefahren und danach wieder nach Hause. Dieser nicht begangene Jakobsweg ist dieses Mal auch mit dabei.
FC
Das ist klar! Trotzdem ist das jetzt ein anderer Weg! So wie du nicht in den gleichen Fluss spucken kannst, so kannst du auch niemals den gleichen Weg gehen! Wenn du 2005 unterwegs warst, damals war es das erste Mal. Jetzt nachdem du schon öfters unterwegs warst, meinst du es wäre das gleiche. Das ist doch aber falsch! Meinst du nicht auch?
AG
Stimmt schon! Du hast ja recht. Vergleichen geht eigentlich nicht. Es wird immer ein anderer Weg sein. Auf jeden Fall in der Zeit! Die Wege sind Vergangenheit. Der jetzige Pilgerweg ist noch Zukunft!
F C
Also fangen wir noch mal von vorne an. Wie geht es dir, wenn du dich aufmachst?
A G
Ich bin froh, dass ich eine bereits gefällte Entscheidung wieder rückgängig gemacht habe. Vergangene Woche habe ich noch gesagt: Ich gehe nicht. Ich gehe auf keinen Fall!
Einige Tage später habe ich mich um entschieden. Heute sage ich: Ich gehe auf jeden Fall! Egal was bis zum Start geschieht! Ich werde kommenden Dienstag im Flieger sitzen und dann geht es 320 km von Avilles nach Santiago de Compostela.
F C
Sind wir schon mal bei der Strecke. Das sind 320 km - der Küstenweg - stimmt doch?
A G
Ja, den wollte ich schon im Mai alleine - quasi als Kundschafter machen. Jetzt sind wir zu dritt!
F C
320 km in wie vielen Tagen?
A G
Ich denke dass wir 12 -14 Tage unterwegs sein werden. Wir werden zwar nicht immer gemeinsam pilgern, uns aber auch nicht aus den Augen verlieren.
F C
Hast du irgendwelche Erwartungen an den Weg?
A G
Oh je! Erwartungen an den Weg! Das sollte man nicht haben. Ich erhoffe mir allerdings, dass ich meine Mitte wieder finden werde, mein Vertrauen gestärkt wird und ich auch den Glauben an die Menschen wieder finde. Das ist aber alles nicht Aufgabe des Weges. Dieser bietet mir nur die Möglichkeiten mich wieder zu finden.
F C
Heute hat Dich jemand gefragt: „Du kommst doch wieder?“
A G
Ja, und ich habe gesagt. . .
Dem Grunde ist es wie die Frage an Radio Eriwan. Dort kommt die Antwort: Im Prinzip ja, aber . . .
F C
Kannst du auch eine klare Antwort geben?!?!
A G
Ich komme wieder! Ja!
F C
So ist es gut!
A G
Ich könnte aber auch fort bleiben!
F C
Du bist echt blöd!
A G
Ich komme wieder, das ist sicher! Ich habe noch eine Rechnung offen und einen Termin wahrzunehmen. Ob ich danach wieder gehe wird man sehen!
F C
Das ist heute noch nicht Thema! Erzähle mal was zum Jakobsweg und den Vorbereitungen. Bist du überhaupt vorbereitet? Was macht der Fuß? Was der Kopf?
A G
Ich / Wir sind auf dem Camino Norde - dem Küstenweg - unterwegs. Dort war ich noch nie unterwegs. Ich stelle mir das schon sehr spannend vor. Am Ende geht es ins landesinnere und wir kommen dann auf den Camino France. Nach einigen Etappen kommen wir über Monte de Gozzo nach Santiago de Compostela. Die Zeit ist gut bemessen, so dass wir uns Santiago auch anschauen können.
F C
Du bist dieses Mal nicht alleine unterwegs?
A G
Ja, ursprünglich waren wir vier Personen. H kann leider nicht mit. Knieverletzung. Jetzt sind wir zu dritt. Das wird für uns alle drei sicher eine gute Erfahrung sein.
F C
Ach ja - Knie? Was ist mit deinem Fuß?
A G
Ehrlich gesagt, tut er mir noch weh und er ist auch noch etwas geschwollen. Schmerzen habe ich aber keine. Ich bin aber auch nicht schmerzempfindlich. Das wird schon klappen!
F C
Was ist mit dem Kopf?
A G
Der ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann! Sonst ist es in Ordnung. Wobei irgendwann habe ich es schon mal gesagt, dass ich seit Monaten oder Wochen ein recht intensives Gefühlsleben habe. In beide Richtungen. Ich werde unterwegs zwar über vieles nachdenken, aber manches hat für mich dann nicht mehr die Bedeutung wie damals als es Mitte Juni beinahe schief ging.
F C
Das ist doch gut so!
A G
Ja! Es ist einfach eine Entwicklung. Für mich geht es mit den Depressionen auch um persönliche Entwicklung und Reifung.
F C
Du hast auch mal gesagt, dass momentan nur zwei Personen enger an dich heran kommen. Ist das noch immer so?
A G
Ja, das ist noch immer so! Vielleicht ungerecht, oder sogar ganz sicher ungerecht! Vielleicht erfahre ich unterwegs auch darüber etwas!
F C
Ich weiß, dass du auch einen Pilgerausweis mit einem anderen Ausgangsort hast. Wie steht es damit?
A G
Das ist momentan kein Thema. Kann aber durchaus recht schnell eines werden.
F C
Kannst du darüber mehr sagen?
A G
Nein! Es ist kein Thema. Immer ein Schritt nach dem anderen. Jetzt sind viele Schritte für den kommenden Weg notwendig.
F C
Ach, bevor ich es vergesse! Gibt es wieder Berichte von unterwegs und Fotos vom Weg?
A G
Klaro! Allerdings wird beides erst nach der Rückkehr ins Netz gestellt! Von unterwegs werde ich keine Berichte einstellen. Aufschreiben ja - aber einstellen erst nach der Rückkehr. Ich werde also auch sehr viel schreiben. Dieser Jakobsweg ist auch Bestandteil vom Buch: Die schwarze Acht.
F C
Deine Mitpilger. Welche Erwartungen habe diese?
A G
Das wird sicher auch auf der Homepage stehen. Wenn es gestattet ist und wenn es soweit ist!
F C
Du weißt schon, dass ich von so manchen Verwicklungen die unterwegs entstehen, berichten werde.
A G
Weiß ich schon! Du hast ja mit meinem momentanen Gewicht schon angefangen!
F C
Magst du noch am Ende diesen Interviews noch jemanden grüßen?
A G
Ui, da wären viele aus den ganzen Gruppen. Für manche trage ich etwas nach Santiago de Compostela. Für alle stellvertretend grüße ich meinen Schutzengel Metatron.

C
Ok! Dann lassen wir es mal dabei bewenden!

Wir sehen uns auf dem Weg! Ich behalte dich / euch im Auge!

 16.01.2011

 

 

 

 

Interview 26 von Clefferle (C) mit Günter (G)

Thema: Jakobsweg Camino Norde

FC
Also das steht ja schon eine Weile fest und ich bekomme das nur per Zufall mit! Du willst mich wohl nicht mit nach Santiago de Compostela nehmen?
A G
Beruhige dich! Klar nehme ich dich mit!
F C
Eigentlich wolltest du ja die Tour noch mal durch Deutschland von Flensburg - Konstanz machen. Jetzt doch Spanien?
A G
Stimmt! Die Tour durch Deutschland war ja an die Bedingung geknüpft, dass eine entsprechende Anzahl an Spenden zusammen kommt. Es liegt aber auch daran, dass ich in diesem Jahr nicht so lange am Stück von daheim weg sein mag und auch an meinem Fuß. Bin mir nicht sicher, ob ich das mit einer so langen Strecke schaffen würde.
F C
Also gehen wir nach Espania. Da kann ich bestimmt wieder so manches berichten! Von wo bis wo willst du pilgern.  
A G
Diesmal geht es von Aviles nach Santiago de Compostela. Der Flug ist schon gebucht.
F C
Kommt außer mir noch jemand mit?
A G
Nein! Die erste Tour möchte ich alleine machen. Das ist für mich wieder eine Art Neuorientierung und Standortbestimmung. 
F C
Im Jahr 2008 warst du doch auch in Spanien auf dem Camino Primitivo. Ich hoffe die Voraussetzungen sind dieses Mal besser wie damals.
A G
Ich denke schon. Bis zum Start sind es ja aber noch einige Monate.
F C  
Wann geht es los?
A G
Ich fliege am 23. Mai zum Startpunkt. Dann bin ich 320 km unterwegs.
F C
Bis du auch vorbereitet?
A G
Der Flug ist gebucht, Muschel habe ich und auch der Pilgerpass ist schon da. Allerdings ist mein Rucksack derzeit noch in Tasmanien. Also mit meiner Tochter Tanja in Australien.
F C  
Was verbindet diesen Jakobsweg mit dem Projekt?
A G
Du weißt ja, dass im Mittelalter stellvertretend Personen auf den Jakobsweg nach Santiago de Compostela geschickt wurden. Manche zum Sündenablass, andere um für etwas dankbar zu sein oder einfach so. 
F C
Das willst du auch machen? 
A G
Ja! Wenn jemand etwas nach Santiago de Compostela bringen lassen will. Am liebsten einen Brief in einem verschlossenen Umschlag wegen dem Gewicht, dann nehme ich das gerne mit. 
F C
Welchen Hintergrund gibt es noch?
A G
Ich hätte dafür gerne eine Spende von 25 € auf der für das Projekt angegebenen Bankverbindung. 
F C
Also nicht für dich?
A G
Nein natürlich nicht! Ich zahle meine Sachen selber. Das Konto hat übrigens nur Zugänge und keine Abgänge.
F C
Wenn da 10 Leute was mitgeben, dann sind das 250 €. Was machst du wenn es zu viele werden? 
A G
Das wäre mir egal! Ich nehme auch 100 Briefe mit. Dann lass ich etwas von der Ausrüstung da.
F C  
Was bekommen die Leute dafür? Gibt es einen Nachweis?
A G
Na klar! Ich mache mit dem Brief ein Foto. Im Hintergrund ist dann die Kathedrale zu sehen. Ich hab das schon mal beim letzten Weg gemacht. Das Foto bekommt dann jeder mit dem Foto.
F C
Hast du eigentlich keine Bedenken. Dein Fuß ist ja wieder etwas schlechter?
A G
Bis zum Start ist ja noch Zeit. Ich mache das wie mit meinen Depressionen. Ich nehme sie  mit auf meinen Weg!
F C  
Sind deine Spanischkenntnisse mittlerweile besser geworden?
A G
Sie sind noch so gut wie damals!
F C
Oooooooooh je! Una serveco povavore.
A G
Genau ! Ich hab ja dich dabei!
F C
Ich berichte nur was so alles unterwegs passiert!
Welchen Weg gehst du diesmal?
A G
Dieses mal ist es der Camino Norde. Darauf freue ich mich schon sehr!
C
Ich auch! Von unterwegs kommen dann auch Berichte.

 

   
   
     

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