Jakobsweg vom 23.05.2011 - 07.06.2011        

 
 

 

 
 

 

 
   
 
Clefferle

Camino Norde

  
  

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27.05.2011  
   

 

 

 

 

Interview 29 von Clefferle (C) mit Günter (G)

Thema: Ergebnis eines nicht gegangenen Weges

F C
Hallo lieber Günter. Heute am 7.6. wäre der Rückflug. Der hat Dich um die 150 € gekostet. Angekommen wärst Du gegen 23.00 Uhr. Wie ich weiß bist Du nicht im Flieger gesessen!
A G
Nein, ich bin nicht im Flugzeug gesessen. Das wäre ich dann aber wahrscheinlich so oder so nicht.
F C
Wie meinst Du das? Du bist nicht hin geflogen - dann ist ja klar, dass Du auch nicht im Rückflug dabei bist.
A G
So einfach ist das nicht! Zum Glück und ich bin da auch noch nach gut zwei Wochen überzeugt bin ich erst gar nicht weggeflogen.
F C
Erkläre mir wie Du das meinst!
A G
Wenn ich geflogen wäre, hätte ich den Rückflug ziemlich sicher auch nicht gebraucht. Ich wäre in Spanien geblieben - allerdings wohl heute nicht mehr erreichbar. Mich hat das alles so sehr getroffen, dass ich am Abflugtag noch um Mitternacht einige Packungen Tabletten eingepackt habe. Ich bin mir sicher, dass ich die irgendwann alle genommen hätte.
F C
Mensch, Mensch!
A G
Es gab im Jahr 2008 schon einmal einen Camino. Damals hatte ich meiner Frau vorher gesagt, dass ich nicht wisse ob ich wiederkommen würde. Damals habe ich meine Frau schwer mit dieser Aussage belastet. Beim jetzigen Camino war es genau so - für mich! Deshalb bin ich dann nicht geflogen. Ich wollte meiner Frau nicht noch einmal so etwas antun.
F C
War das im Vorfeld so schlimm?
A G
Von meiner Seite aus gesehen absolut ja. Wie schon irgendwo geschrieben habe ich meinen Sinn verloren! Bzw. hatte ich meinen Sinn verloren. Das hat sich ja mittlerweile für mich geklärt.
F C
Stimmt, da steht ja einiges unter Ergebnis.
A G
Ja!
F C
Was stand eigentlich in der E-Mail wegen der Du nicht geflogen bist?
A G
Da kann, bzw. will ich momentan noch nichts sagen oder schreiben. Momentan erfolgt dazu eine Klärung an anderer Stelle (Rechtsanwalt). Die E-Mail ist aber so bei mir eingegangen, ob bewusst oder unbewusst, das weiß ich nicht, dass sie mich eigentlich zur Schlafenszeit erreicht hätte. Ansonsten hätte ich die Mail erst in Spanien gelesen. Irgendwann wenn alles geklärt ist, wird darüber etwas zu lesen sein. jl
F C

Du bist also daheim geblieben. Marion war bestimmt froh?
A G
Wahrscheinlich ja und nein! Freitag vor dem Flugdatum war ich noch beim Psychologen und habe gefragt: Camino oder Krankenhaus. Am Montag Nachmittag (also am Flugtag) habe ich beim Arzt angerufen, dass ich noch da sei. Er hat mir dann angeboten als Notfall ins Krankenhaus zu gehen. Das hab ich aber abgelehnt. Das bedeutet, dass Marion einerseits froh war, andererseits aber eben mit mir konfrontiert war. Ich habe oft und viel geschlafen. Meistens in den Kleidern.
F C
Du hast wie ich gesehen habe über den Sinn des Lebens und den Sinn überhaupt nachgedacht.
A G
Stimmt - guck mal unter Ergebnisse. Ich habe auch andere weniger erfreuliche Dinge gemacht. Z.B. meine Todesanzeige geschrieben und Tabletten abgefüllt. Eigentlich wollte ich das aber nie hier schreiben. Vergiss also gleich wieder.
F C
Bescheuert!
A G
Ja!
F C
Und wie geht es weiter?
A G
Das ist mehrschichtig! Momentan bewege ich mich immer noch auf dünnem Eis. Von meiner Depression her. Trotzdem habe ich heute (9.6.) jemand gesagt, dass eine Depression immer auch einen positiven Anteil hat. Da bin ich fest überzeugt.

Ansonsten habe ich wieder Ziele. Aber über die sage ich Dir heute noch nichts.

F C
Du sagtest mehrschichtig.
A G
Eigentlich steht manches schon unter > Desiderata <! Halte Dich von lauten Menschen fern und sonst noch so einiges. Die Kunst ist es nur rechtzeitig zu unterscheiden. Schon vor einigen Jahren hat mir in der Selbsthilfe ein Gruppenmitglied gesagt: "Du lässt alle Menschen ohne Unterschied zu tief in Dich rein."

Heute muss ich der Person recht geben. Das wird für mich eine Herausforderung sein, hier künftig Unterschiede zu machen. Im innersten Kreis bin jetzt erst einmal nur ich. Im nächsten Kreis meine Familie. Ein Kreis weiter eine Handvoll wirklicher Freunde. Dann der Kreis mit Freunden. Danach kommen weitere Kreise mit guten Bekannten usw.

Ich werde auch weiter in der Selbsthilfe tätig sein. Allerdings nicht mehr in so einer Konstellation wie in der Vergangenheit.

F C
Wie geht es Dir jetzt? Heute?
A G
Manchmal weiß ich es nicht! Für mich ist Vertrauen ein wichtiges Thema. Und so wie mit den Kreisen oben beschrieben bin ich da sehr vorsichtig geworden.
F C
Gehst Du noch in eine Deiner Gruppen?
A G
Ja - in den letzten beiden Wochen zwar nicht. Ich hätte niemand helfen können - konnte ja nicht mal mir helfen.
F C
Irgendwie hört sich das alles doch traurig an. Oder?
A G
Ja schon. Ich glaub aber, dass ich auch aus dieser Depression stärker heraus gehen werde.
F C
Das wünsche ich Dir! Vielen Dank! Und beim nächsten Mal bitte ein schönes Thema. 
A G
Von mir aus gerne!

27.05.2011
 

 

 

 

 

Interview 27 von Clefferle (C) mit Günter (G)

Thema: Sinn und Sinnfragen

F C
Also neeeeeeeee! Heute wären 30 km dran und jetzt sitzen wir hier und denken über den Sinn des Lebens oder was weiß ich nach!
A G
Warte, ich muss überlegen . . .
F C
xx
A G
xx
F C
xx
A G
xx
F C
F C
xx
A G
xx
F C

 

kommt noch

 

22.05.2011

Morgen ist es soweit.

Wir gehen los - endlich wieder einmal. Der Günter würde das hier nicht schreiben, darum mache ich das. Im Vorfeld dieses Jakobsweges gab es einige, na ich sag mal . . .  

Daher wird das alles kein leichter Weg. Günter geht zwar gerne aber mit einem großen Ballast im Kopf. Der Ballast hängt damit zusammen, was er in den letzten Jahren hauptsächlich gemacht hat. Ich hoffe sehr dass er auf dem Weg den Kopf frei bekommt. Allerdings befürchte ich, dass das Gegenteil der Fall sein wird.

  • Alles was in der Selbsthilfe gemacht wurde im Landkreis Rems-Murr und den Nachbarkreisen

  • Alles was heute an Gruppen Balance besteht

  • All die Zeit die eingesetzt wurde

  • All die abendlichen Fahrten zu Gründung von Gruppen oder deren Begleitung

  • All das

  • . . .

  • mit Presse und und und

  • . . .

  • und durch Deutschland laufen

  • . . .

  • und den Murmellauf im vergangenen Jahr

  • . . .

  • . . .

All das hat im Jahr 2005 nach einer 11 1/2 wöchigen Krankenhauszeit seinen Anfang genommen. Damals ist Günter auch auf den Jakobsweg in Spanien gegangen. Danach ist ALLES entstanden.

JA, das sind jetzt bald sechs Jahre her!

Ja, das wird auf diesem Weg alles auftauchen - in seinem Kopf!

All die Erinnerungen . . .

Ich weiß nicht ob das gut ist!

Günter hat gerade voll mit sich zu tun - aber ich bin stinkwütend!

Euer Clefferle

16.01.2011  
   

 

 

 

 

Interview 26 von Clefferle (C) mit Günter (G)

Thema: Jakobsweg Camino Norde

FC
Also das steht ja schon eine Weile fest und ich bekomme das nur per Zufall mit! Du willst mich wohl nicht mit nach Santiago de Compostela nehmen?
A G
Beruhige dich! Klar nehme ich dich mit!
F C
Eigentlich wolltest du ja die Tour noch mal durch Deutschland von Flensburg - Konstanz machen. Jetzt doch Spanien?
A G
Stimmt! Die Tour durch Deutschland war ja an die Bedingung geknüpft, dass eine entsprechende Anzahl an Spenden zusammen kommt. Es liegt aber auch daran, dass ich in diesem Jahr nicht so lange am Stück von daheim weg sein mag und auch an meinem Fuß. Bin mir nicht sicher, ob ich das mit einer so langen Strecke schaffen würde.
F C
Also gehen wir nach Espania. Da kann ich bestimmt wieder so manches berichten! Von wo bis wo willst du pilgern.  
A G
Diesmal geht es von Aviles nach Santiago de Compostela. Der Flug ist schon gebucht.
F C
Kommt außer mir noch jemand mit?
A G
Nein! Die erste Tour möchte ich alleine machen. Das ist für mich wieder eine Art Neuorientierung und Standortbestimmung. 
F C
Im Jahr 2008 warst du doch auch in Spanien auf dem Camino Primitivo. Ich hoffe die Voraussetzungen sind dieses Mal besser wie damals.
A G
Ich denke schon. Bis zum Start sind es ja aber noch einige Monate.
F C  
Wann geht es los?
A G
Ich fliege am 23. Mai zum Startpunkt. Dann bin ich 320 km unterwegs.
F C
Bis du auch vorbereitet?
A G
Der Flug ist gebucht, Muschel habe ich und auch der Pilgerpass ist schon da. Allerdings ist mein Rucksack derzeit noch in Tasmanien. Also mit meiner Tochter Tanja in Australien.
F C  
Was verbindet diesen Jakobsweg mit dem Projekt?
A G
Du weißt ja, dass im Mittelalter stellvertretend Personen auf den Jakobsweg nach Santiago de Compostela geschickt wurden. Manche zum Sündenablass, andere um für etwas dankbar zu sein oder einfach so. 
F C
Das willst du auch machen? 
A G
Ja! Wenn jemand etwas nach Santiago de Compostela bringen lassen will. Am liebsten einen Brief in einem verschlossenen Umschlag wegen dem Gewicht, dann nehme ich das gerne mit. 
F C
Welchen Hintergrund gibt es noch?
A G
Ich hätte dafür gerne eine Spende von 25 € auf der für das Projekt angegebenen Bankverbindung. 
F C
Also nicht für dich?
A G
Nein natürlich nicht! Ich zahle meine Sachen selber. Das Konto hat übrigens nur Zugänge und keine Abgänge.
F C
Wenn da 10 Leute was mitgeben, dann sind das 250 €. Was machst du wenn es zu viele werden? 
A G
Das wäre mir egal! Ich nehme auch 100 Briefe mit. Dann lass ich etwas von der Ausrüstung da.
F C  
Was bekommen die Leute dafür? Gibt es einen Nachweis?
A G
Na klar! Ich mache mit dem Brief ein Foto. Im Hintergrund ist dann die Kathedrale zu sehen. Ich hab das schon mal beim letzten Weg gemacht. Das Foto bekommt dann jeder mit dem Foto.
F C
Hast du eigentlich keine Bedenken. Dein Fuß ist ja wieder etwas schlechter?
A G
Bis zum Start ist ja noch Zeit. Ich mache das wie mit meinen Depressionen. Ich nehme sie  mit auf meinen Weg!
F C  
Sind deine Spanischkenntnisse mittlerweile besser geworden?
A G
Sie sind noch so gut wie damals!
F C
Oooooooooh je! Una serveco povavore.
A G
Genau ! Ich hab ja dich dabei!
F C
Ich berichte nur was so alles unterwegs passiert!
Welchen Weg gehst du diesmal?
A G
Dieses mal ist es der Camino Norde. Darauf freue ich mich schon sehr!
C
Ich auch! Von unterwegs kommen dann auch Berichte.

 
   
 

  
  

 

 

 Fin

 
Stand: 31.12.2011

Stand: 31.12.2011

 
 
 
   
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